
80 Experten beraten in San Michele über biologische Schädlingsbekämpfung
Vom 14. bis 17. September 2026 ist die Fondazione Edmund Mach (FEM) in San Michele all’Adige Gastgeber des internationalen BREBCA-Kongresses der IOBC, der Internationalen Organisation für biologische und integrierte Schädlingsbekämpfung. Rund 80 Forschende und Fachleute aus verschiedenen europäischen Ländern und darüber hinaus nehmen an der viertägigen Veranstaltung teil.
Im Mittelpunkt steht die Nutzung natürlicher Gegenspieler von Schadinsekten, um Nutzpflanzen zu schützen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verringern. Dabei geht es auch darum, neue Risiken für die Ökosysteme zu vermeiden.
Zu den Themen des Kongresses gehören die Bewertung von Nutzen und Risiken exotischer biologischer Bekämpfungsorganismen, schnelle und verantwortungsvolle Reaktionen auf neue Schädlingsprobleme sowie deren Wechselwirkungen mit heimischen Arten. Auch die Folgen des Klimawandels und der Landnutzung werden untersucht.
Weitere Schwerpunkte sind moderne Methoden wie Genomik, künstliche Intelligenz und ökologische Modellierung. Sie sollen helfen, biologische Maßnahmen gezielter, sicherer und besser vorhersehbar zu machen. Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem die langfristige Überwachung nach der Freisetzung von Organismen.
Die FEM arbeitet seit Jahren an der biologischen Bekämpfung invasiver Arten, die die Landwirtschaft im Trentino betreffen. Ein Beispiel ist die Asiatische Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys). Im Rahmen eines nationalen Programms wurden der Parasitoid Trissolcus japonicus, auch Samuraiwespe genannt, gezüchtet und freigesetzt. Anschließend untersuchten die Forschenden seine Ansiedlung, seine Wirkung sowie mögliche Auswirkungen auf heimische Arten und andere Nichtzielorganismen.
Ein weiteres Programm befasst sich mit der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), die den Anbau von Beerenobst schädigt. Dabei kommt der exotische Parasitoid Ganaspis kimorum zum Einsatz. Auch hier werden Zucht, Freisetzung und die Entwicklung der Population im Gebiet wissenschaftlich begleitet.
Der Kongress soll Forschung, Risikobewertung und praktische Anwendungen zusammenführen. Die biologische Schädlingsbekämpfung wird dabei nicht nur unter dem Gesichtspunkt ihrer Wirksamkeit betrachtet, sondern auch im Hinblick auf ihre langfristigen ökologischen Folgen.