
Papst Leo XIV. beim Meeting in Rimini: „Es ist die Stunde der Verantwortung“
„Es ist die Stunde der Verantwortung“: Mit diesem Appell hat sich Papst Leo XIV. beim 47. Meeting für die Freundschaft unter den Völkern in Rimini an die Teilnehmer gewandt. Vor Vertretern aus Politik, Kultur, Religion und Zivilgesellschaft sowie vor zahlreichen jungen Menschen und freiwilligen Helfern rief er dazu auf, Spaltungen, Ungleichheiten und Machtlogiken zu überwinden.
Der Papst forderte eine echte „Umkehr“ und ein entschlossenes Vorgehen gegen die Ursachen von Armut, Kriegen, sozialen Ungleichheiten und Umweltkatastrophen. Ungerechte Machtverhältnisse müssten offengelegt werden, sagte Leo XIV. Zugleich warnte er davor, technologische Entwicklung, Arbeit und Finanzwesen den „Geschäften des Todes“ zu unterwerfen.
Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand außerdem die Barmherzigkeit. Dem „falschen Realismus, der Gedanken, Worte und Nationen aufrüstet“, stellte der Papst den „Realismus der Barmherzigkeit“ entgegen. Dieser beruhe auf der Bereitschaft, auch im Gegenüber einen Menschen zu erkennen, dem man begegnen und zuhören müsse.
Leo XIV. betonte den Wert der Freundschaft zwischen den Völkern und der persönlichen Begegnung. Frieden entstehe zunächst durch Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen. Noch vor Grenzen, Definitionen und Institutionen stünden immer die Menschen, erklärte er.
An die jungen Teilnehmer richtete der Papst eine besondere Botschaft. Sie seien ein Zeichen dafür, dass die Zukunft ein Versprechen und keine Bedrohung sei. Leo XIV. ermutigte sie, neue Beziehungen aufzubauen, Menschen aus anderen Kulturen und Herkunftsländern kennenzulernen und besonders auf Arme und Ausgegrenzte zu achten.
Zum Abschluss sprach der Papst über Freiheit, Zuhören und Synodalität. Autorität müsse sich in Dienst verwandeln, sagte er. Eine glaubwürdige Gesellschaft müsse ermöglichen, dass Wohlstand durch Teilen wächst und Ängste überwunden werden.