
Dürre am Gardasee: Wasserverbrauch steigt im Juli deutlich
Am Gardasee und im Veroneser Umland verschärft sich die Lage bei der Wasserversorgung. Azienda Gardesana Servizi (AGS) hat im Juli 2026 insgesamt 2.916.096 Kubikmeter Trinkwasser in das Leitungsnetz eingespeist. Im Juni waren es 2.568.492 Kubikmeter gewesen. Damit stieg der Verbrauch innerhalb eines Monats um rund 348.000 Kubikmeter.
Der höhere Wasserbedarf fällt in eine Zeit mit anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und weniger Niederschlägen als im Vorjahr. Nach Angaben des Consiglio di Bacino ATO Veronese wurde die Einstufung der Wasserknappheit im Gebiet Verona von „mittel“ auf „schwer“ angehoben.
AGS-Präsident Angelo Cresco bezeichnete die Entwicklung als nicht nachhaltig. Die Entnahme aus Brunnen, Quellen und dem See sei im Juli nicht zurückgegangen, während die verfügbaren Ressourcen weiter abnähmen. Die Quellen seien inzwischen stark belastet. Neben den Verordnungen der Gemeinden sei deshalb auch ein verantwortungsvoller Umgang jedes Einzelnen notwendig.
AGS und der Consiglio di Bacino ATO Veronese erinnern daran, dass Trinkwasser ausschließlich für persönliche und lebensnotwendige Zwecke verwendet werden soll. Einwohner, Unternehmen und Gäste am Gardasee werden aufgefordert, die örtlichen Verbote und Einschränkungen zu beachten. Nicht notwendige Nutzungen können untersagt und sanktioniert werden.
Empfohlen werden unter anderem kürzere Duschen, ein sparsamer Umgang mit Toilettenspülungen und Wasserhähnen sowie der Betrieb von Waschmaschine und Geschirrspüler nur bei voller Beladung. Auch Lecks in Hausinstallationen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Für die Bewässerung von Pflanzen und Gärten sollen möglichst alternative Wasserquellen genutzt und die kühleren Tageszeiten gewählt werden. Autos und Motorräder sollten nicht mit laufendem Trinkwasser aus dem Leitungsnetz gewaschen werden; empfohlen werden Waschanlagen mit Wasseraufbereitung und Wiederverwendung.