
Bahnhof Legnago: Warteraum nach dem letzten Zug nachts geschlossen
Am Bahnhof von Legnago ist der Warteraum seit dem Abend nach der Durchfahrt des letzten Zuges nicht mehr zugänglich. Rete Ferroviaria Italiana (RFI) reagiert damit auf wiederholte nächtliche Probleme in den Räumlichkeiten.
Nach Angaben der Stadt wurde der Bahnhof trotz der jüngsten Renovierungsarbeiten von Personen als nächtlicher Aufenthaltsort genutzt, die nicht mit dem Bahnbetrieb in Verbindung stehen. Gemeldet wurden unter anderem längere Aufenthalte, Alkoholkonsum und Auseinandersetzungen.
Bürgermeister Paolo Longhi hatte RFI mehrfach zum Handeln aufgefordert. Bereits am 25. August hatten auch die Carabinieri in Legnago das Bahnunternehmen formell aufgefordert, den nächtlichen Zugang zu den Räumen zu verhindern. Zuvor hatten sich auch die Betreiber der Bahnhofsgaststätte über die Situation beschwert.
Longhi begrüßte die Entscheidung und bezeichnete sie als „erstes konkretes Ergebnis“ der Gespräche mit RFI und den Sicherheitskräften. Der Warteraum müsse den Reisenden zur Verfügung stehen, erklärte der Bürgermeister.
Kritik kommt unterdessen von Sinistra Italiana. Die Parteivertreter Roberto Boggiani und Luca Perini halten die Schließung für eine rein repressive Maßnahme. Dadurch werde das soziale Problem nicht gelöst, sondern lediglich an einen anderen Ort verlagert. Die Partei fordert neben Kontrollen auch mehr Betreuung, Zuhören und soziale Unterstützung.