
Villafranca: 15 Patientinnen mit lokaler Betäubung operiert
Am Krankenhaus Magalini in Villafranca ist ein neues Verfahren in der Brustchirurgie innerhalb eines Monats bei 15 Patientinnen eingesetzt worden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde Ulss 9 Scaligera wurden 14 Frauen mit einer onkologischen Erkrankung und eine Patientin mit einer gutartigen Erkrankung behandelt.
Das Verfahren kombiniert präzise chirurgische Zugänge und kleinere Schnitte mit einer loco-regionalen Anästhesie und kontrollierter Sedierung. Dabei kommen ultraschallgestützte Blockaden der Brustfaszie und lang wirksame Betäubungsmittel zum Einsatz. Eine Vollnarkose und die invasive Sicherung der Atemwege können dadurch vermieden werden.
Nach dem Eingriff sollen die Patientinnen bereits wach, orientiert und ansprechbar sein. Die Ulss 9 nennt als mögliche Vorteile eine frühere Wiederaufnahme der Ernährung und der alltäglichen Aktivitäten sowie eine kürzere Belegung des Operationssaals, da die Einleitung und Ausleitung einer Vollnarkose entfallen.
Als Beispiel führt die Gesundheitsbehörde eine etwa 50-jährige Patientin an, die eine Woche nach einer Quadrantektomie mit Behandlung des Achselbereichs ans Meer reisen konnte.
Das Konzept wurde von der Abteilung für Allgemeinchirurgie unter Leitung von Luca Bortolasi gemeinsam mit der Anästhesie und weiteren Fachbereichen entwickelt. Beteiligt sind außerdem Pathologie, Onkologie, Radiologie und Strahlentherapie.
Neben den medizinischen Aspekten soll das Verfahren auch zu einem nachhaltigeren Operationsbetrieb beitragen. Im Rahmen der Green Surgery werden unter anderem unnötige Abläufe vermieden, der prä- und postoperative Prozess optimiert, wiederverwendbare Materialien eingesetzt, sofern dies möglich ist, und der Energieverbrauch in den Operationssälen begrenzt.
Filippo Righetti, Leiter der Abteilung für Anästhesie, Reanimation und Schmerztherapie am Magalini, betont insbesondere die geringere Invasivität, die Aufrechterhaltung der Spontanatmung und den höheren Komfort für die Patientinnen. Die verantwortungsvolle Nutzung von Ressourcen und der Verzicht auf nicht notwendige Materialien gehören laut Ulss 9 zu den Grundsätzen der Green Anesthesiology.