
Gefängnis Montorio: 633 Gefangene bei 335 Plätzen
Im Gefängnis von Montorio in Verona sind 633 Gefangene untergebracht – bei einer regulären Kapazität von 335 Plätzen. Nach den vom Regionalratsmitglied Gianpaolo Trevisi genannten Daten des italienischen Justizministeriums, Stand 24. August, entspricht das einer Belegungsquote von knapp 189 Prozent.
Anfang Juli waren laut Trevisi 614 Insassen registriert. Damit ist ihre Zahl innerhalb dieses Zeitraums um 19 gestiegen.
Der Vorsitzende des IV. Ausschusses im Regionalrat von Venetien warnt vor den Folgen der Überbelegung für die Sicherheit, die Arbeitsbedingungen des Personals sowie die medizinische Versorgung und die Wiedereingliederung der Gefangenen.
## Untersuchung der Situation in Verona
Der IV. Ausschuss des Regionalrats hatte bereits eine Reihe von Anhörungen zur Lage in den Gefängnissen Venetiens durchgeführt. Dabei ging es unter anderem um die Überbelegung, den Personalmangel bei der Gefängnispolizei sowie Schwierigkeiten bei der medizinischen und psychiatrischen Betreuung.
Trevisi kündigte eine weitere Prüfung der Situation in Montorio an. Im Gespräch mit der Gefängnisleitung sollen unter anderem die personelle Ausstattung, die Entwicklung von Übergriffen und selbstverletzendem Verhalten, die Wartezeiten für Facharzttermine sowie die Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen thematisiert werden.
## Auswirkungen auf andere Gefängnisse in Venetien
Nach Einschätzung Trevisis steht die Lage in Montorio im Zusammenhang mit den Problemen anderer Haftanstalten in der Region. Im Männergefängnis Santa Maria Maggiore in Venedig sollen seit vor Mitte August keine neuen Gefangenen aufgenommen worden sein. Als Gründe werden ein Bettwanzenbefall und fehlende Plätze genannt. Für Venedig vorgesehene Gefangene würden demnach in das Gefängnis Due Palazzi in Padua verlegt.
Trevisi fordert deshalb genaue Angaben zu den Zahl der Verlegungen, zur Dauer der Aufnahmesperre in Venedig und zu deren Auswirkungen auf die aufnehmenden Einrichtungen.
Für die Belegung, die personelle Ausstattung der Gefängnispolizei und die Haftanstalten ist nach seinen Angaben der Staat beziehungsweise die Gefängnisverwaltung zuständig. Die medizinische Versorgung in den Gefängnissen fällt hingegen in den Verantwortungsbereich des regionalen Gesundheitsdienstes und wird in Montorio von der Ulss 9 gewährleistet.