
Film Festival della Lessinia 2026: Alexander Murphy gewinnt die Lessinia d’Oro
Der französisch-irische Regisseur Alexander Murphy ist beim 32. Film Festival della Lessinia mit der Lessinia d’Oro ausgezeichnet worden. Der Hauptpreis des internationalen Festivals für Filme über das Leben, die Geschichte und die Traditionen der Bergregionen ging an seinen Film „Goodbye sisters“ (Frankreich/Nepal 2025).
Der Siegerfilm wurde aus 22 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt. Insgesamt waren in diesem Jahr 83 Filme aus 43 Ländern zu sehen. Die Vorführungen fanden vom 21. bis 30. August im Teatro Vittoria in Bosco Chiesanuova in der Provinz Verona statt.
Die internationale Jury würdigte vor allem die Authentizität, die Bildsprache und die menschliche Geschichte des Films. Im Mittelpunkt stehen vier Schwestern in Nepal, die in einem Bergdorf im Westen des Landes zusammenkommen. Auf mehr als 5000 Metern Höhe sammeln sie Yarsagumba, einen als Energie- und Aphrodisiakum begehrten Pilz-Parasiten. Die Einnahmen daraus sichern den Lebensunterhalt der Familie und ermöglichen Jamuna möglicherweise ein Studium in Japan.
Murphy orientierte sich bei seiner Geschichte an der realen Lebensgeschichte einer Frau, die er während der Recherchen zur Yarsagumba-Ernte kennengelernt hatte. Der Film begleitet ihre möglicherweise letzte Reise zu den Eltern und Schwestern.
Die Lessinia d’Argento für den besten langen Film erhielt der tschechisch-slowakische Dokumentarfilm „Raději zešílet v divočině“ von Miro Remo. Er erzählt von den Zwillingsbrüdern František und Ondřej, die auf einem abgelegenen Bauernhof im Böhmerwald leben. Die Jury hob die offene und unvorhersehbare Erzählweise sowie die Themen Freiheit und Zugehörigkeit hervor.
Als bester Kurzfilm wurde „Inherited silence“ der georgischen Regisseurin Mariam Bakacho Khatchvani ausgezeichnet. Der Film handelt von Nata, die nach ihrer Rückkehr aus Europa in ihr Bergdorf mit traditionellen Erwartungen und ehelicher Gewalt konfrontiert wird.
Der Jurypreis ging an „La voix du troupeau“ von Matthias Joulaud und Lucien Roux. Im Zentrum steht Didier, ein seit seiner Geburt gehörloser und nicht alphabetisierter Viehzüchter in der Auvergne, der eine eigene Gebärdensprache entwickelt hat. Für denselben Film erhielten Joulaud und Roux auch den Nachwuchspreis Premio al Futuro.
Eine besondere Erwähnung der internationalen Jury bekam der animierte Kurzfilm „Fačuk“ der kroatischen Regisseurin Maida Srabović. Der Film beschäftigt sich mit der Ausgrenzung einer unverheirateten schwangeren Frau und den Vorurteilen in einer Dorfgemeinschaft.
Weitere Auszeichnungen gingen an „Anguane, voci dell’acqua“ von Giovanni Pellegrini, der den Preis des Parco della Lessinia erhielt, sowie an „Frost uten snø og is“ des norwegischen Regisseurs Asgeir Helgestad. Der Film über eine Eisbärin auf Spitzbergen gewann den Green Planet Movie Award und den Publikumspreis. Der Kinderpreis ging an „América“ von Javier Arias-Stella.