
ANSO kritisiert fehlende Quellenangabe bei viral verbreitetem Bonaccini-Interview
Der italienische Verband der Onlinepresse ANSO kritisiert den Umgang mit einem Interview des PD-Vorsitzenden Stefano Bonaccini. Das Gespräch wurde von der lokalen Onlinezeitung IVG aus Albenga geführt. Ein Ausschnitt des Videos verbreitete sich anschließend in sozialen Netzwerken und wurde Teil der landesweiten politischen Debatte – laut ANSO jedoch vielfach ohne Hinweis auf die ursprüngliche Quelle.
Andrea Chiovelli, Direktor von IVG, erklärte, der Redakteur Nicola Seppone habe das Interview vor Ort geführt. Anschließend sei das Video von der Seite der Zeitung heruntergeladen, gekürzt und ohne Quellenangabe in sozialen Netzwerken weiterverbreitet worden. Von dort aus habe sich das Material weitgehend unkontrolliert verbreitet.
„Wenn ein von einer kleinen Redaktion produzierter Inhalt zum Mittelpunkt der nationalen Debatte wird, sollte auch die Anerkennung für seine Urheber wachsen“, erklärte ANSO-Präsident Michele Pinto. Stattdessen verschwinde die lokale Redaktion häufig umso stärker aus der Berichterstattung, je wichtiger ihr Beitrag werde.
Der Verband fordert keine Sonderbehandlung, sondern eine korrekte berufliche Anerkennung der Arbeit lokaler Medien. Dies betreffe sowohl die journalistische Quellenangabe als auch die wirtschaftliche Bedeutung der Inhalte.
ANSO sieht darin ein wiederkehrendes Problem im Verhältnis zwischen großen Medienhäusern und kleinen lokalen Verlagen. Der Fall zeige zudem, dass der Druck auf den Lokaljournalismus nicht nur von digitalen Plattformen oder künstlicher Intelligenz ausgehe, sondern teilweise auch durch andere Medien entstehe, wenn diese Inhalte lokaler Redaktionen ohne angemessene Zuordnung übernehmen.