
Debatte über das Lebensende: PLD fordert klare Regeln und Fristen in Venetien
Die für Dienstag geplante Debatte über das Lebensende könnte nach Einschätzung von Valeria Pernice ein wichtiger Schritt für Venetien und ganz Italien werden. Pernice, die beim Partito Liberaldemocratico für die Beziehungen zu den Regionen zuständig ist, fordert einen klaren politischen Weg mit verbindlichen Regeln und Fristen.
Pernice unterstützt die von Luca Zaia vertretene Position, wonach es bei dem Vorhaben nicht darum gehe, die medizinisch assistierte Selbsttötung einzuführen. Vielmehr sollten Regeln, Fristen und Verfahren im Rahmen der bereits gesetzlich anerkannten Rechte festgelegt werden.
Angesichts einer alternden Gesellschaft und der zunehmenden Zahl von Menschen mit schweren und irreversiblen Erkrankungen dürfe die Politik Patienten, Familien und medizinisches Personal nicht in Unsicherheit lassen, erklärte Pernice. Auch mögliche Änderungen am Gesetzentwurf müssten sich ihrer Ansicht nach an drei Grundsätzen orientieren: der freien Entscheidung, der Würde des Menschen und dem vollständigen Zugang zu Palliativversorgung.
Zugleich appellierte Pernice an die Oppositionsparteien, insbesondere an den Partito Democratico, die Debatte ohne taktische Manöver und persönliche Abgrenzungen zu führen. Sie verwies auf das Jahr 2024, als interne Differenzen ihrer politischen Einschätzung zufolge zum Scheitern eines vorherigen Vorhabens beigetragen hätten.
Venetien könne bei diesem Thema eine Vorreiterrolle übernehmen und zugleich das italienische Parlament dazu bewegen, wieder über ein nationales Gesetz zum Lebensende zu beraten, erklärte Pernice. Im Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung stehen damit weiterhin die Verfahren und Garantien für Patienten, Familien und medizinisches Personal.