
Fine vita in Venetien: Donazzan fordert Stefani zur Ablehnung des Gesetzentwurfs auf
Vor der für Dienstag, den 1. September, vorgesehenen Abstimmung im Regionalrat von Venetien über einen Gesetzentwurf zum medizinisch assistierten Suizid hat die Europaabgeordnete Elena Donazzan (Fratelli d’Italia) an die politischen Spitzen der Region appelliert. Sie fordert, den Volksbegehren-Gesetzentwurf abzulehnen.
Ihre Aufforderung richtet sich vor allem an Alberto Stefani. Er solle an seiner ablehnenden Haltung festhalten und sich nicht von der Mehrheit im Regionalrat beeinflussen lassen, erklärte Donazzan. Eine Frage wie diese müsse ihrer Ansicht nach vom italienischen Parlament geregelt werden.
Kritisch äußerte sich die FdI-Politikerin auch über den früheren Regionalpräsidenten Luca Zaia, der sich mit einem offenen Brief an die Bürger für den Gesetzentwurf ausgesprochen hatte. Donazzan bezeichnete Zaia zwar als „großen Präsidenten“, wertete dessen Vorgehen in dieser Frage jedoch als persönliche Auseinandersetzung. Dadurch drohe der Regionalrat zu einer politischen Arena gegen die Regierung der Region zu werden.
Als Alternative zum assistierten Suizid fordert Donazzan einen deutlichen Ausbau der Schmerztherapie, der häuslichen Betreuung und der Hospize. Venetien solle in diesen Bereichen massiv investieren und die entsprechenden Leistungen der benachbarten Lombardei übertreffen.
Zur Begründung verwies die Europaabgeordnete auf Aussagen von Francesco Moraglia, dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz Trivenetiens. Die größte Angst des Menschen sei demnach nicht der Tod, sondern Einsamkeit und Leiden. Außerdem verwies Donazzan auf die wirtschaftlichen und sozialen Belastungen, die für Familien entstehen können. Die Position der Fratelli d’Italia sei klar: Die Partei lehne den Gesetzentwurf ab und setze sich dafür ein, Menschen beim Leben zu unterstützen.