
Veneto berät über Gesetz zum Lebensende
Der Regionalrat des Veneto berät über Änderungen am Gesetzesvorschlag „Liberi subito“ zum Lebensende. Die Initiative geht auf die Vereinigung Luca Coscioni zurück. Der Text wurde im parlamentarischen Verfahren mit Unterstützung von Teilen der Regierungsmehrheit und der Opposition überarbeitet.
Nach Angaben von Regionalpräsident Alberto Stefani soll die Regelung an die bereits geltenden Urteile des italienischen Verfassungsgerichts angepasst werden. Im Mittelpunkt steht dabei das Prinzip des „favor vitae“, also der besondere Schutz des menschlichen Lebens.
„Dieses Thema braucht keine Fans, sondern überlegte Entscheidungen, Ernsthaftigkeit und Kompetenz“, erklärte Stefani. Ziel sei es, allen Menschen im Veneto den Zugang zu Palliativversorgung zu ermöglichen und vor einer Entscheidung über medizinisch assistierten Suizid eine umfassende Information und fachliche Prüfung sicherzustellen.
Zu den vorgesehenen Änderungen gehört ein stärker gewichtetes Votum eines Palliativmediziners in der Kommission, die Anträge auf medizinisch assistierten Suizid bewertet. Außerdem soll ein regionaler Bioethikbeirat eingerichtet werden. Er wird von der Regionalregierung ernannt und soll die lokalen klinischen Ethikkomitees bei ihren Bewertungen unterstützen.
Der Gesetzesvorschlag sieht zudem vor, dass Antragsteller über die Möglichkeit einer Palliativbehandlung informiert werden. Gleichzeitig soll die Freiwilligkeit von Ärzten geschützt werden, die an der medizinischen Unterstützung beteiligt sind.