
Skinhead-Treffen in Dro: Senatorin Floridia spricht von „Apologie“
Das rechtsextreme Treffen „Ritorno a Camelot“ in Pietramurata bei Dro sorgt für scharfe politische Reaktionen. Die Veranstaltung des Fronte Veneto Skinheads findet vom 3. bis 6. September im Hotel Ciclamino statt.
Die Südtiroler Grünen-Senatorin Aurora Floridia bezeichnete das Treffen in einer Stellungnahme als Zusammenkunft der Neonazi-Szene. Es gehe nicht um eine harmlose Ausübung der Meinungsfreiheit, erklärte sie. Vielmehr würden Ideologien propagiert, die ihre Wurzeln im Faschismus und Nationalsozialismus hätten.
Floridia kritisierte außerdem den Einsatz von rund 150 Polizeikräften für eine als „privat“ bezeichnete Veranstaltung. Dabei würden staatliche Mitarbeiter und öffentliche Ressourcen eingesetzt, so die Senatorin.
Ihre Kritik richtete sich auch gegen die italienische Regierung. Floridia warf ihr vor, mit zweierlei Maß zu messen: Während neue Sicherheitsdekrete aus ihrer Sicht die Möglichkeit junger Menschen zur Teilnahme an Demonstrationen einschränkten, schweige die Regierung, wenn Hass, Rassismus und die Nostalgie für die faschistische und nationalsozialistische Vergangenheit öffentlich aufträten.
Die Senatorin verwies abschließend auf die antifaschistischen Grundlagen der italienischen Verfassung und forderte einen respektvollen Umgang mit der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und Faschismus.