
Notruf 112 in Venetien: Neue Leitstellen in Verona und Venedig geplant
Venetien treibt die Modernisierung des europäischen Notrufs 112 voran. Eine neue Next-Generation-Technologie soll künftig die Bearbeitung von Notrufen beschleunigen und die Kommunikation zwischen den Zentralen besser vernetzen.
Über die Nummer 112 können Bürger in Notfällen Hilfe anfordern. Der Anruf wird zunächst von einer zentralen Stelle entgegengenommen, die das Anliegen erfasst und an die zuständige Einsatzleitstelle weiterleitet – etwa an den Rettungsdienst, die Carabinieri, die Staatspolizei oder die Feuerwehr. Anrufer müssen dadurch nicht selbst entscheiden, welche Notrufnummer sie wählen.
Die neue technische Infrastruktur soll die herkömmlichen Telefonleitungen ablösen und eine flexiblere Bearbeitung der Kommunikation ermöglichen. Das ist insbesondere bei einer großen Zahl gleichzeitig eingehender Notrufe wichtig.
Für Venetien sind zwei Zentrale Anrufannahmestellen vorgesehen. Eine soll in Venedig entstehen, die zweite in Verona. In Verona wurde dafür die Verfügbarkeit des Geländes der ehemaligen Amerikanischen Schule bestätigt. Die Planungen für beide Standorte laufen bereits.
Am 24. August endete die Sammlung von Interessenbekundungen für die technische Ausstattung. Als nächster Schritt sollen die Ausschreibungsunterlagen vorbereitet und das Vergabeverfahren eingeleitet werden. Parallel arbeitet die ULSS 3 Serenissima an den Unterlagen für die erforderliche IT-Ausstattung.
Auch die organisatorischen Abläufe wurden festgelegt. Ein von der Präfektur Venedig koordiniertes Gremium mit Vertretern unter anderem von Polizei, Carabinieri, Feuerwehr, Küstenwache und lokaler Polizei hat die Kriterien für die Weiterleitung der Notrufe ausgearbeitet. Die ULSS 3 richtete zudem eine eigene Projektgruppe ein.
Die neuen Zentralen sollen 2028 vollständig in Betrieb gehen. Bis dahin bleibt das derzeitige Übergangsmodell „112 NUE 2009 integriert“ aktiv. Die erste Annahme der Notrufe liegt dabei weiterhin bei den Carabinieri.