
Arbeitsunfälle: 595 Tote in Italien bis Juli 2026 – Veneto an zweiter Stelle
In Italien sind von Januar bis Juli 2026 insgesamt 595 Menschen durch arbeitsbezogene Unfälle ums Leben gekommen. 430 Todesfälle ereigneten sich am Arbeitsplatz, weitere 165 auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht das einem Rückgang von 2 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl aller gemeldeten Arbeitsunfälle um 5,3 Prozent zu.
Das geht aus dem aktuellen Bericht der Osservatorio Sicurezza sul Lavoro e Ambiente Vega aus Mestre hervor.
## Veneto zweitmeiste Todesfälle in Italien
Bei den absoluten Zahlen der Todesfälle am Arbeitsplatz liegt das Veneto mit 44 Opfern landesweit an zweiter Stelle. Nur in der Lombardei wurden mit 66 Todesfällen mehr Opfer registriert. Es folgen Kampanien mit 41 und Sizilien mit 35 Todesfällen.
Die Osservatorio Vega stuft das Veneto wegen der im nationalen Vergleich überdurchschnittlichen Sterblichkeitsrate in die sogenannte orange Zone ein. Eine besonders hohe Gefährdung, die rote Zone, wurde für Kalabrien, Sizilien, Kampanien, Apulien und Ligurien ausgewiesen.
## Experten warnen vor falscher Entwarnung
Mauro Rossato, Präsident der Osservatorio Vega, bewertet den leichten Rückgang der Todesfälle nicht als ausreichendes Zeichen für eine nachhaltige Verbesserung. Die Entwicklung im Jahr 2026 verliere im Vergleich zu den ersten Monaten offenbar an Dynamik und nähere sich wieder den Zahlen von 2025 an.
Für eine tatsächliche Trendwende seien kontinuierliche, konkrete Präventions- und Schulungsmaßnahmen erforderlich, erklärte Rossato.
## Ältere und ausländische Beschäftigte besonders gefährdet
Die höchste Sterblichkeitsrate weist die Altersgruppe der über 65-Jährigen auf. In absoluten Zahlen gab es die meisten Todesfälle jedoch bei Beschäftigten zwischen 55 und 64 Jahren: In dieser Altersgruppe wurden 153 Opfer registriert.
Besonders auffällig ist außerdem das Risiko ausländischer Arbeitnehmer. Von den 595 Todesopfern hatten 169 keine italienische Staatsangehörigkeit. Laut Berechnung der Osservatorio Vega ist ihr Risiko, bei einem Arbeitsunfall zu sterben, mehr als dreimal so hoch wie jenes italienischer Beschäftigter.
## Baugewerbe an der Spitze
Das Baugewerbe bleibt der gefährlichste Wirtschaftssektor. Bis Ende Juli wurden dort 76 tödliche Arbeitsunfälle verzeichnet. Es folgen Transport und Lagerhaltung mit 55 Todesfällen sowie das verarbeitende Gewerbe mit 50 Opfern.
Im verarbeitenden Gewerbe wurde zudem die höchste Zahl nicht tödlicher Unfallmeldungen registriert: Sie lag bei mehr als 41.000. Der Donnerstag war laut dem Bericht der Wochentag mit dem höchsten Anteil tödlicher Arbeitsunfälle.