
Emma Bonino ist im Alter von 78 Jahren gestorben
Emma Bonino ist in Rom im Alter von 78 Jahren gestorben. Die langjährige radikale Politikerin und frühere italienische Außenministerin erlag einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands.
Bonino war am 7. September in das römische Krankenhaus Santo Spirito eingeliefert worden. Nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation war sie zuletzt in eine private Einrichtung verlegt worden. Ihr klinischer Zustand blieb nach Angaben aus ihrem Umfeld jedoch kritisch.
## Più Europa würdigt ihr politisches Erbe
Die Nachricht löste umgehend Reaktionen in der italienischen Politik aus. Più Europa, die von Bonino geführte Partei, würdigte sie als eine der prägnantesten, mutigsten und unabhängigsten Persönlichkeiten der italienischen Politik und der freien Welt.
Die Partei erinnerte an Boninos langjährigen Einsatz gegen illegale Abtreibungen, den Hunger in der Welt, die Macht der Parteien und die weibliche Genitalverstümmelung. Ihr politisches Leben sei ein fortdauernder Kampf gegen alles gewesen, was die Freiheit einschränke. Più Europa hob außerdem Boninos europapolitische Vision einer kontinentalen Föderation, der „Vereinigten Staaten von Europa“, hervor.
## Anteilnahme aus Venetien
Auch aus Venetien kamen Beileidsbekundungen. Regionalpräsident Alberto Stefani sprach der Familie und der Partei sein Mitgefühl aus. Bonino habe mehrere Jahrzehnte des italienischen politischen und institutionellen Lebens geprägt und unabhängig von der Bewertung ihrer Positionen einen Platz in der Geschichte der Republik eingenommen, erklärte Stefani.
Besonders erinnerte der Präsident Venetiens an Boninos Zeit als Außenministerin. In diesem anspruchsvollen Amt habe sie mit Klarheit und Kompetenz gehandelt und ihre Aufgaben mit Ruhe und Dialogbereitschaft erfüllt. Stefani würdigte außerdem ihren Einsatz für Freiheit und Demokratie.