
Venetien verschiebt Fahrverbot für Diesel der Euro-5-Norm
Der Regionalrat von Venetien hat das geplante Fahrverbot für Dieselautos der Euro-5-Norm um ein Jahr verschoben. Die Einschränkung sollte ursprünglich am 1. Oktober in Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern in Kraft treten. Betroffen wäre unter anderem Verona gewesen. Der Beginn wurde nun auf den 1. Oktober 2027 festgelegt.
Um die Belastung für Familien, Beschäftigte und Unternehmen zu begrenzen, hat die Regionalregierung ein Paket an Ausgleichsmaßnahmen beschlossen. Dazu gehören unter anderem mehr Homeoffice für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, ein späterer Beginn der Heizsaison in Büros und Geschäften, Vergünstigungen für den öffentlichen Nahverkehr sowie ökologische Förderungen.
Die Entscheidung wurde mit den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Fahrverbots begründet. Zugleich soll die Luftqualität verbessert und den Verpflichtungen im Rahmen des Abkommens für das Po-Becken Rechnung getragen werden.
Regionalpräsident Alberto Stefani erklärte, der Schutz der Umwelt bleibe eine Priorität, der ökologische Wandel dürfe jedoch nicht allein von den Bürgern bezahlt werden. Auch Vertreter von Forza Italia und der Liste Stefani Presidente bezeichneten die Verschiebung als pragmatische Entscheidung und verwiesen auf die gestiegenen Lebenshaltungs- und Autokosten.
Der Lega-Regionalrat Filippo Rigo kritisierte dagegen die europäischen Vorgaben und warnte vor negativen Folgen für die Industrie und die Zulieferkette in Venetien.