
Mukoviszidose: Lebenserwartung in Verona in 50 Jahren verdoppelt
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen mit Mukoviszidose ist in den vergangenen 50 Jahren von 30 auf 60 Jahre gestiegen. Diese Entwicklung stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung in Verona zum 50-jährigen Bestehen des regionalen Mukoviszidose-Zentrums der Azienda Ospedaliera Universitaria Integrata (Aoui) und zum 55. Jubiläum der LIFC Veneto.
Die Veranstaltung fand in der Handelskammer von Verona statt. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Gesundheitswesen und freiwilligem Engagement sowie die Fortschritte bei Behandlung und Forschung.
Das Zentrum in Verona gilt als älteste italienische Einrichtung, die auf Mukoviszidose spezialisiert ist. In Verona wurde die Krankheit in Italien erstmals diagnostiziert. Das dort entwickelte Versorgungsmodell wurde später gesetzlich auf alle italienischen Regionen ausgeweitet.
Heute übernimmt die komplexe Fachabteilung der Aoui die Diagnose, Behandlung und langfristige Betreuung der Patienten. Dazu kommen klinische und experimentelle Forschungsarbeiten. Mukoviszidose ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die unter anderem Lunge, Bauchspeicheldrüse und Leber betrifft. Die Diagnose erfolgt meist bereits in den ersten Lebensmonaten im Rahmen des Neugeborenen-Screenings.
## Neue Medikamente verändern die Behandlung
Seit 2015 stehen Medikamente zur Verfügung, die den genetischen Defekt gezielt beeinflussen. Ein 2020 eingeführtes Präparat verbesserte laut den bei der Veranstaltung vorgestellten Daten die Lungenfunktion bei 70 Prozent der Erkrankten und veränderte die Behandlungsperspektiven für rund 80 Prozent der betroffenen Bevölkerung in Italien.
Marco Cipolli, Direktor des regionalen Zentrums, bezeichnete die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der LIFC als wesentlichen Faktor für die Entwicklung der Versorgung. Das Zentrum stehe für kontinuierliche Forschung, medizinische Kompetenz und eine langfristige Betreuung der Patienten.
## Unterstützung durch LIFC Veneto
Die LIFC Veneto stellt nach Angaben der Organisation jedes Jahr rund 500.000 Euro für die Zentren in Verona und Treviso bereit. Mit den Mitteln werden Fachkräfte zur Unterstützung des Krankenhauspersonals sowie das Zentrum für klinische Forschung finanziert.
Aoui-Generaldirektor Paolo Petralia hob die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Gesundheitswesen und dem gemeinnützigen Bereich hervor. Auch Patrizia Volpato, Vorsitzende der LIFC Veneto, verwies auf die deutliche Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten und der Lebensqualität von Menschen mit Mukoviszidose.
An der Veranstaltung nahmen unter anderem Vertreter der Aoui, der Ulss 9 sowie der Stadt und der Region Venetien teil.