
Verona: Achte Stadtbezirksvertretung spricht Amia-Präsident Bechis das Misstrauen aus
Der Gemeinderat des achten Stadtbezirks in Verona hat einen Misstrauensantrag gegen Roberto Bechis, den Präsidenten des städtischen Entsorgungsunternehmens Amia, angenommen. Der Antrag wurde mit acht zu sechs Stimmen gebilligt. Eingebracht hatte ihn der stellvertretende Bezirkspräsident Gianluca Stradiotto, der inzwischen der Fraktion „Gruppo Misto“ angehört.
In dem Antrag werden vor allem Probleme bei der Sauberkeit in den Stadtvierteln kritisiert. Patrizia Bisinella und Marina Reani von „Fare con Tosi“ werteten das Abstimmungsergebnis als politisches Signal. Ihrer Einschätzung nach verfüge die Regierung von Bürgermeister Damiano Tommasi im Bezirk nicht mehr über eine stabile Mehrheit. Besonders bedeutsam sei, dass auch zwei Mitglieder des Mitte-Links-Lagers für den Antrag gestimmt hätten.
Auch die Lega griff Tommasi an. Der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Nicolò Zavarise, forderte die Stadtverwaltung auf, den Bürgern Antworten zu geben und Verantwortung zu übernehmen. Der Europaabgeordnete Paolo Borchia sprach von einem politischen Bruch innerhalb des Mitte-Links-Bündnisses in Verona.
Umweltdezernent Tommaso Ferrari verteidigte dagegen die Arbeit von Amia und die Umstellung bei der Müllsammlung. Das neue System kombiniert Zugangskontrollen an den Müllcontainern mit einer Sammlung von Haus zu Haus.
Ferrari verwies darauf, dass die Recyclingquote von früher 53 auf inzwischen 60 Prozent gestiegen sei. Für 2025 sei das Ziel, mehr als 65 Prozent zu erreichen. Zwar räumte der Dezernent Probleme während der Umstellung ein, einen Rücktritt des Amia-Präsidenten hält er deshalb jedoch nicht für gerechtfertigt. Es sei ein Unterschied, ob man von einem Unternehmen Verbesserungen während eines Veränderungsprozesses verlange oder den Rücktritt seines Präsidenten fordere, weil dieser den Prozess umsetze.