
Verona: 41 Personen wegen Betrugs bei Führerscheinprüfung vor Gericht
In Verona müssen sich 41 Personen wegen eines mutmaßlichen Betrugssystems bei der theoretischen Führerscheinprüfung vor Gericht verantworten. Nach den Ermittlungen sollen Kandidaten während der Prüfung über versteckte Minikameras und Ohrhörer von außen mit Antworten versorgt worden sein.
Die Ermittlungen mit dem Namen „Voci dal Regno Unito“ wurden von der Stadtpolizei und der Verkehrspolizei von Verona unter der Leitung der Staatsanwaltschaft geführt. Sie begannen 2022, nachdem ein Prüfungsteilnehmer im Prüfungsraum mit versteckten Geräten entdeckt worden war. Einige Monate später beschlagnahmten die Ermittler bei Kontrollen außerhalb der Führerscheinstelle weitere elektronische Geräte in einem Fahrzeug.
Die Auswertung von Mobiltelefonen und SIM-Karten führte laut Anklage zu weiteren Verdächtigen aus mehreren Regionen Norditaliens. Die mutmaßliche Organisation soll Kandidaten angeworben, mit Minikameras und Mikro-Ohrhörern ausgestattet und sie zur Führerscheinstelle begleitet haben. Für die unerlaubte Unterstützung sollen zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Person verlangt worden sein.
Im Rahmen von zwölf Durchsuchungen in den Provinzen Bologna, Vicenza und Reggio Emilia sowie in San Bonifacio bei Verona beschlagnahmten die Einsatzkräfte rund 40.000 Euro Bargeld, zahlreiche auf falsche oder nicht existente Personen registrierte SIM-Karten und speziell veränderte Kleidungsstücke zum Verbergen der Technik.
Neben den Strafverfahren wurden Verwaltungsstrafen von insgesamt mehr als 10.000 Euro verhängt. Außerdem beschlagnahmten die Behörden 27 Führerscheine, die mit Kandidaten in Verbindung gebracht werden, die ihre theoretische Prüfung mutmaßlich auf unzulässige Weise bestanden hatten.
Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.