
Verona übernimmt die Magistralischen Mauern vom Staat
Verona steht kurz davor, Eigentümer seiner historischen Magistralischen Mauern zu werden. Der Gemeinderat hat mit 21 Ja-Stimmen und acht Enthaltungen den letzten kommunalen Schritt für die kostenlose Übertragung des gesamten Komplexes vom Staat an die Stadt gebilligt.
Der Eigentumswechsel ist damit noch nicht vollständig abgeschlossen. Er muss durch ein entsprechendes Dekret des Direktors der regionalen Direktion der staatlichen Immobilienagentur Agenzia del Demanio formalisiert werden. Die Stadt hatte den Antrag am 30. Dezember 2025 eingereicht.
Die Magistralischen Mauern erstrecken sich über mehr als neun Kilometer und umfassen fast 100 Hektar. Zum Komplex gehören unter anderem Türme, Bastionen, Gräben und Wälle. Die Befestigungsanlagen sind Teil des historischen Erbes, das zur Aufnahme Veronas in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 2000 beigetragen hat.
Bisher verwaltete die Stadt das Areal im Rahmen einer kostenlosen Konzession. Damit war sie zwar vollständig für die Instandhaltung zuständig, durfte Teile der Anlage jedoch nicht an Dritte überlassen. Als Eigentümerin könnte die Stadt künftig Konzessionen vergeben oder die Verwaltung einzelner Bereiche Vereinen und privaten Trägern anvertrauen.
Grundlage für die Übertragung ist ein staatliches Gesetz aus dem Jahr 2023. Es ermöglicht die kostenlose Übertragung öffentlicher Liegenschaften, wenn bereits finanzierte Projekte zur Aufwertung des jeweiligen Areals vorliegen. Verona legte dafür drei Vorhaben vor: die Neugestaltung des „Percorso delle Mura“ zwischen Porta Nuova und Porta Palio einschließlich des Parkplatzes, die Verbesserung des Zugangs zur Rondella delle Boccare sowie die Sicherung der alten Mauern in San Zeno in Monte.
Die Projekte werden nach Angaben der Stadt mit europäischen, kommunalen sowie öffentlichen und privaten Mitteln finanziert. Mit dem Eigentumswechsel sollen außerdem weitere Investitionen und kulturelle beziehungsweise soziale Nutzungen der Anlage ermöglicht werden.