
Gewalt gegen Frauen: 822 Betroffene im Raum Verona betreut
Im Raum Verona wurden 822 Frauen auf ihrem Weg aus der Gewalt begleitet. Damit weist die Provinz den höchsten Wert in Venetien auf. Gleichzeitig gibt es dort lediglich vier Anlaufstellen des regionalen Anti-Gewalt-Netzes.
Auf dieses Missverhältnis weist Gianpaolo Trevisi, Regionalrat der Partito Democratico und Vorsitzender des Ausschusses für Legalität, hin. Er fordert, die Präsenz der Hilfsangebote in der Provinz zu verstärken.
Die Zahlen stammen aus dem Bericht über die Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, der im Regionalrat vorgestellt wurde. Zum Vergleich: In der Provinz Venedig wurden 803 Frauen betreut, dort gibt es 16 Anlaufstellen. In Treviso waren es 663 Frauen bei neun Anlaufstellen, in Padua 603 Frauen bei zwölf.
Insgesamt verfügt das Anti-Gewalt-Netz in Venetien über 25 Schutzzentren, 62 Anlaufstellen, 37 Beratungsstellen und 42 Schutzunterkünfte. Neben Verona gibt es 14 Anlaufstellen in Vicenza, vier in Belluno und drei in Rovigo.
Trevisi betont, dass die Zahl der Standorte nicht allein die Arbeit der Mitarbeiterinnen widerspiegle. Sie zeige jedoch, wie gut die Hilfsangebote räumlich erreichbar seien. Für Frauen, die außerhalb der Stadt leben, kein Auto haben oder sich unauffällig bewegen müssen, könne bereits der Weg zu einer Beratungsstelle eine Hürde darstellen.
Nach den regionalen Angaben verzeichnete das Anti-Gewalt-Netz 2024 insgesamt 8.366 Kontakte, gegenüber 7.142 im Vorjahr. In 2.327 neuen Fällen wurde ein Weg aus der Gewalt begonnen. Die Zentren unterstützten außerdem 1.871 Kinder und Jugendliche, darunter 114 als direkte Gewaltopfer und 1.195, weil sie Gewalt gegen ihre Mütter oder andere Bezugspersonen miterlebt hatten. In den Schutzunterkünften wurden im selben Jahr 238 Frauen und 249 Kinder aufgenommen.
Trevisi fordert deshalb, die Verteilung der Angebote in der Provinz Verona zu überprüfen. Vier Anlaufstellen seien angesichts der Größe des Gebiets und der Zahl der betreuten Frauen zu wenig.