
Veronas neuer Gebietsplan erhält Zustimmung aus drei Stadtbezirken
Der neue Piano di Assetto del Territorio (PAT) der Stadt Verona hat eine weitere Hürde genommen. Die Stadtbezirke 1, 6 und 7 haben dem städtebaulichen Plan zugestimmt. Als nächster Schritt wird das Dokument dem Gemeinderat zur endgültigen Genehmigung vorgelegt.
Der Plan setzt nach Angaben der beteiligten Mehrheitsfraktionen auf eine „öffentliche Stadt“, eine Begrenzung des Flächenverbrauchs und eine nachhaltigere Mobilität.
Altstadt: Schutz und mehr Wohnraum
Im 1. Stadtbezirk wurde der PAT mit acht Ja-Stimmen und fünf Gegenstimmen gebilligt. Bezirkspräsident Lorenzo Dalai sprach von einer geschlossenen Mehrheit.
Im Mittelpunkt der Debatte standen die historische Altstadt und die angrenzenden Viertel. Die PD-Ratsmitglieder Andrea Avanzi, Luciano Mazzucato und Andrea Trombini bezeichneten den Plan als strategisches Instrument für die Stadterneuerung. Ziel müsse es sein, neue Bewohner – insbesondere junge Menschen und Familien – zu gewinnen und die Altstadt als bewohnten und lebendigen Teil Veronas zu stärken.
Auch die Gruppierung Traguardi betonte, dass der Schutz des Zentrums nicht nur den Erhalt des historischen Erbes bedeute. Nach Ansicht von Beatrice Rappo müsse zugleich ein Gleichgewicht zwischen Tourismus, Handel und Wohnnutzung gefunden werden. Federica Zanotto, die bei der Sitzung entschuldigt fehlte, hob außerdem die Stadtmauern hervor. Diese sollten nicht nur als Denkmal, sondern auch als großer Park rund um die Altstadt aufgewertet und schrittweise besser zugänglich gemacht werden.
Borgo Venezia: ehemalige Gewerbeflächen und Verkehr
Der 6. Stadtbezirk legte den Schwerpunkt auf die Aufwertung ehemaliger Produktionsstandorte. Michele Veronesi von Traguardi erklärte, stillgelegte Flächen könnten zur Erneuerung des Viertels beitragen, wenn dort neue Dienstleistungen und Grünflächen entstünden. Gleichzeitig solle die industrielle Geschichte des Gebiets rund um die Via Mondadori erhalten bleiben.
Bei der Verkehrspolitik verwies Valentina Melillo von Traguardi auf den Ausbau von Alternativen zum Auto. In dem stark belasteten Stadtbereich sollen öffentliche Verkehrsmittel und Radwege gestärkt werden. Weniger Durchgangsverkehr könne nach ihrer Einschätzung für sicherere Straßen und mehr Platz in den Vierteln sorgen.
San Michele und Porto San Pancrazio stärker verbinden
Im 7. Stadtbezirk wird der PAT als Möglichkeit gesehen, die durch Verkehrsinfrastrukturen voneinander getrennten Gebiete San Michele und Porto San Pancrazio besser miteinander zu verbinden. Mirko Filippini von Traguardi sprach von einer Perspektive für die Erneuerung beider Viertel. Künftig solle nicht nur über einzelne Bauflächen, sondern über die Entwicklung des gesamten östlichen Stadtbereichs nachgedacht werden.
Giovanni Bombieri von Traguardi lenkte den Blick außerdem auf die Grünflächen, insbesondere den Parco dell’Adige und den Lazzaretto. Letzterer soll als historisches und natürliches Erbe geschützt, zugleich aber stärker in ein zusammenhängendes und zugängliches Grünsystem eingebunden werden.
Über die endgültige Annahme des neuen PAT entscheidet nun der Gemeinderat von Verona.