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Verona
05/10/2026 - 16:40

Verona: Polizei beklagt Personalmangel und steigende Belastung

Die Stadtpolizei von Verona warnt vor einem zunehmenden Personalmangel. Zum 160. Jahrestag der Gründung des Korps erklärte Kommandant Luigi Altamura, das bisherige Gleichgewicht sei gebrochen. Derzeit stehen dem Kommando 265 Beamte zur Verfügung, doch nur 201 von ihnen sind für Einsätze im Außendienst geeignet. Nach Einschätzung Altamuras wären für Verona rund 400 Beamte notwendig.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Stadt 41 Kündigungen oder Wechsel in die Privatwirtschaft. Dem standen 20 Neueinstellungen gegenüber. Altamura forderte deshalb Sondermaßnahmen zur Rekrutierung zusätzlicher Polizisten sowie mehr Unterstützung bei der Unterbringung des Personals. Bezahlbarer Wohnraum könne helfen, Beschäftigte aus anderen Teilen Italiens länger in Verona zu halten.

Zwischen September 2025 und August 2026 leistete die Stadtpolizei 33.280 Dienste. Das entspricht durchschnittlich rund 91 Einsätzen pro Tag und umfasste unter anderem die Kontrolle des Stadtgebiets, Verkehr, Schulen, Baustellen, öffentliche Sicherheit und Großveranstaltungen. Zusätzlich bearbeitete die Einsatzzentrale 30.460 Vorgänge.

Im Bereich der öffentlichen Sicherheit wurden 1.322 Anzeigen und Meldungen über Straftaten aufgenommen. Mehr als 10.000 Personen wurden kontrolliert, außerdem waren Beamte 2.401-mal bei Maßnahmen gegen Verwahrlosung und Störungen des öffentlichen Raums eingesetzt. Die Polizei stellte 10.368 Gramm Drogen sicher – mehr als doppelt so viel wie im vorherigen Berichtszeitraum.

Als weiteres Problem bezeichnete Altamura manipulierte Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung. Einige dieser Fahrzeuge könnten nach Angaben des Kommandanten Geschwindigkeiten von 60 bis 70 Stundenkilometern erreichen. Die Stadtpolizei habe bereits mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt und arbeite dabei auch mit der Finanzpolizei zusammen.

Bei der Verkehrssicherheit wurden im Berichtszeitraum 1.686 Unfälle aufgenommen. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, nach vier Todesfällen im vorherigen Zeitraum. Die Zahl der Fälle von Fahrerflucht sank von 91 auf 82; fast alle Verantwortlichen konnten ermittelt werden.

Insgesamt wurden 374.230 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung registriert. Dazu gehörten mehr als 43.000 Geschwindigkeitsverstöße, 91.560 unberechtigte Zufahrten zu verkehrsbeschränkten Bereichen und 116.865 Verstöße auf Busspuren.

Auch die technische Überwachung der Stadt wurde ausgebaut. Die Zahl der Kameras stieg von 347 im Jahr 2022 und 450 im Jahr 2024 auf mehr als 500 im Jahr 2026. Im vergangenen Jahr wurden die Aufnahmen insgesamt 1.984 Stunden lang für Ermittlungen und Kontrollen ausgewertet.

Die Sicherheitsstadträtin Stefania Zivelonghi unterstützte die Forderung nach zusätzlichen Möglichkeiten für die Gemeinden bei der Einstellung von Stadtpolizisten. Sie verwies ebenfalls auf die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und forderte mehr Spielraum, um die Beamten für Verona attraktiver zu machen.

Die Belastung der Stadtpolizei wächst laut Kommune auch durch nationale und internationale Großveranstaltungen, die Baustellen für die Filobus- und die Hochgeschwindigkeitsbahn sowie Arbeiten am Stromnetz. Zum 160. Jahrestag finden die offiziellen Feierlichkeiten am folgenden Tag statt: Um 8.15 Uhr wird im zentralen Kommando in der Via del Pontiere ein Kranz für die im Dienst verstorbenen Beamten niedergelegt. Um 8.45 Uhr folgt eine Messe in der nahe gelegenen Kirche San Domenico. Ab 10.30 Uhr werden die Feierlichkeiten auf der Piazza Bra fortgesetzt; dort sollen nach den Ansprachen der Behörden mehrere Beamte für besondere Einsätze ausgezeichnet werden.

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