
Mutmaßlicher Weinbetrug im Trentino: Drei Beschäftigte unter Verdacht
Gegen drei Beschäftigte eines bekannten Weinunternehmens aus dem Trentino ermittelt die Staatsanwaltschaft Trient wegen des Verdachts auf kriminelle Vereinigung, Handelsbetrug und den Verkauf von Weinen mit falschen oder irreführenden Kennzeichnungen.
Die Guardia di Finanza und Inspektoren des staatlichen Amtes ICQRF für den Schutz der Qualität und die Bekämpfung von Lebensmittelbetrug durchsuchten am Vortag Personen, Räume und digitale Geräte. Grundlage war ein von der Staatsanwaltschaft erlassener Durchsuchungsbeschluss. Die Ermittlungen waren von der Wirtschaftspolizei in Trient im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem ICQRF eingeleitet worden.
## Behälter mit Vegetationswasser entdeckt
Bei den ersten Kontrollen sollen in der Kellerei mehrere Behälter mit Vegetationswasser gefunden worden sein. Nach der bisherigen Ermittlungshypothese könnte die Substanz bei der Weinherstellung im Zusammenhang mit dem Verfahren der Umkehrosmose eingesetzt worden sein, ohne die vorgeschriebenen Meldungen im elektronischen SIAN-Register vorzunehmen.
Zudem entnahmen die Ermittler zahlreiche Proben von Weinprodukten. Diese werden in spezialisierten ICQRF-Laboren untersucht. Erste Analysen sollen deutliche Abweichungen zwischen den Eigenschaften der Produkte und den dazugehörigen Unterlagen ergeben haben.
Betroffen sind demnach unter anderem Weine, die als „IGT 2025“ gekennzeichnet, zertifiziert und vermarktet wurden. Bei diesen Produkten soll es Unregelmäßigkeiten sowohl bei der geografischen Herkunft als auch beim angegebenen Jahrgang geben.
Nach Einschätzung der Ermittler könnten die mutmaßlichen Praktiken die Produktionskosten gesenkt und höhere Einnahmen ermöglicht haben, weil Weine geringerer Qualität als höherwertige Produkte verkauft worden sein sollen.
Die drei Beschäftigten gelten weiterhin als Beschuldigte. Ihre mögliche Schuld ist erst mit einem rechtskräftigen Urteil festgestellt.
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