
Spi CGIL Verona warnt vor Krise in den Pflegeheimen
Die Rentnergewerkschaft Spi CGIL Verona warnt vor einer Zuspitzung der Krise in den Pflegeheimen für schwer pflegebedürftige Menschen. Ohne Reformen drohe ein finanzieller Kollaps der Einrichtungen, der Kommunen oder beider Seiten, erklärte Generalsekretär Adriano Filice.
Filice unterstützt damit die Einschätzung von Veronas Haushaltsstadtrat Michele Bertucco. Hintergrund sind zunehmend Urteile des italienischen Kassationsgerichtshofs zur Finanzierung von Aufenthalten schwer pflegebedürftiger Menschen. Nach Auffassung der Gewerkschaft machen diese Entscheidungen vor allem ein seit Langem ungelöstes Problem sichtbar: Kosten der integrierten Sozial- und Gesundheitsversorgung würden bislang teilweise auf Familien und künftig möglicherweise auf Kommunen verlagert.
Spi CGIL kritisiert sowohl die nationale Regierung als auch die Region Veneto. Die Reform zur Pflegebedürftigkeit sei auf nationaler Ebene nicht ausreichend finanziert und lasse Fragen zu Leistungen und Zuständigkeiten offen, so Filice. Der Region wirft die Gewerkschaft vor, die Reform der öffentlichen Fürsorgeeinrichtungen (Ipab) seit mehr als 25 Jahren nicht abgeschlossen zu haben.
Zudem sei die Zahl der regionalen Finanzierungszusagen für Pflegeheimplätze weiter zu niedrig. Im Gebiet Verona warteten nach Angaben von Spi CGIL mehr als 1.800 ältere Menschen auf eine solche Zusage. Ohne den regionalen Gesundheitsanteil könnten Familien mit Heimkosten von mehr als 3.000 Euro monatlich belastet werden.
Die von der Stadt Verona bereitgestellten zusätzlichen 400.000 Euro für besonders kritische Fälle bewertet die Gewerkschaft positiv. Die Maßnahme könne jedoch keine langfristige sozial- und gesundheitspolitische Planung ersetzen.
Spi CGIL fordert vom Staat eine ausreichende Finanzierung der Pflege-Reform und klar definierte soziale Mindestleistungen. Von der Region Veneto verlangt die Gewerkschaft mehr und höhere Finanzierungszusagen für Pflegeheime, eine Anhebung des derzeitigen Tagessatzes von 52 Euro sowie den Abschluss der Ipab-Reform.