
Allergologie in Borgo Roma als eines von 100 WAO-Zentren ausgezeichnet
Die Allergologie des Krankenhauses Borgo Roma in Verona ist offiziell als eines von 100 „Centers of Excellence“ der World Allergy Organization (WAO) anerkannt worden. In Italien tragen nur sechs Einrichtungen diese Auszeichnung.
Die offizielle Plakette wurde in den vergangenen Tagen von Ignacio J. Ansotegui, medizinischem Direktor der WAO, und Alessandro Fiocchi, dem designierten Präsidenten der Organisation, überreicht.
Die Aufnahme in das internationale Netzwerk bringt dem Zentrum auch konkrete Vorteile in der Behandlung und Forschung. Internationale Pharmaunternehmen arbeiten bei klinischen Studien vorrangig mit den anerkannten Einrichtungen zusammen. Dadurch können Patienten in Verona unter bestimmten Voraussetzungen frühzeitig Zugang zu innovativen Medikamenten erhalten, noch bevor diese breit verfügbar sind.
## Neue Ansätze bei Asthma und Allergien
Das Zentrum beschäftigt sich unter anderem mit neuen Ansätzen bei Asthma. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Entzündungsprozesse der Erkrankung Angst- und Depressionssymptome verstärken können. Damit wird die frühere Annahme relativiert, psychische Belastungen würden grundsätzlich die Asthmabeschwerden verschlimmern.
Bei allergischer Rhinitis setzt die Allergologie auf individuell angepasste lokale Behandlungen. Diese sollen wirksamer sein als herkömmliche Antihistaminika in Tablettenform.
Auch für medizinische Notfälle gibt es neue internationale Leitlinien. Sie betreffen insbesondere die Behandlung eines anaphylaktischen Schocks bei schwangeren Frauen und sollen Gynäkologen sowie Neonatologen klare Vorgehensweisen an die Hand geben.
## Kriterien für die Aufnahme
Die Abteilung befindet sich im achten Stock des Krankenhauses Borgo Roma. Zum Team gehören fünf Ärzte, ein Doktorand und 13 Fachärzte in Weiterbildung.
Nach Angaben der WAO erfüllte die Einheit die wichtigsten Aufnahmekriterien: fachliche Kompetenz, ein hohes Tätigkeitsvolumen, wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Zusammenarbeit mit internationalen Zentren. Die Mitgliedschaft ermöglicht gemeinsame Forschungsprojekte, insbesondere in den Bereichen Epidemiologie und Pharmakologie, sowie einen schnelleren Austausch über neue Erkenntnisse in der Allergologie.
Der kommissarische Leiter der Abteilung, Marco Caminati, sieht die Auszeichnung deshalb nicht nur als Anerkennung der bisherigen Arbeit. Sie eröffne auch zusätzliche Möglichkeiten bei der klinischen Forschung, bei Medikamentenstudien und beim Zugang zu neuen Therapieansätzen für besonders komplexe Fälle.
