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22/10/2026 - 22:52

Arbeitsunfälle: Italiens Abgeordnetenkammer stimmt für kostenlose Rechtshilfe

Die italienische Abgeordnetenkammer hat in erster Lesung einem Gesetzentwurf zur kostenlosen Rechtshilfe für Opfer besonders schwerer Arbeitsunfälle und für die Angehörigen verstorbener Arbeitnehmer zugestimmt. Der brescianische Abgeordnete Gian Antonio Girelli von der Partito Democratico begrüßte die Entscheidung vor dem Hintergrund mehrerer tödlicher Arbeitsunfälle in der Provinz.

Zuletzt war in Sarezzo ein 47-jähriger Arbeiter ums Leben gekommen. In Gottolengo starb in der Woche zuvor ein 52-jähriger Maurer nach einem Sturz von einem Gerüst.

Nach einer Auswertung der Gewerkschaft Cisl-Brescia auf Grundlage von Daten des staatlichen Unfallversicherers Inail wurden in den ersten acht Monaten 2026 in der Provinz Brescia 22 tödliche Arbeitsunfälle gemeldet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 18 gewesen. Das entspricht einem Anstieg um 22,2 Prozent. Die Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitsunfälle nahm von 10.160 auf 10.759 zu – ein Plus von knapp sechs Prozent.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Beschäftigte mit besonders schweren Folgen eines Arbeitsunfalls, bis hin zur vollständigen Erwerbsunfähigkeit, sowie die Angehörigen verstorbener Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen Prozesskostenhilfe erhalten können. Dies soll auch dann möglich sein, wenn die üblichen Einkommensgrenzen überschritten werden, sofern ein Verstoß gegen Vorschriften zur Arbeitssicherheit vorliegt und die Tat zu den im Gesetz vorgesehenen Fällen gehört.

Girelli bezeichnete die Zustimmung als wichtigen Schritt für die Rechte der Betroffenen. Zugleich verwies er darauf, dass die ursprünglich vorgesehenen finanziellen Mittel reduziert worden seien. Die weitere parlamentarische Beratung ist noch nicht abgeschlossen.

Neben der Unterstützung für Opfer und Familien seien vor allem Prävention, angemessene Schulungen und wirksame Kontrollen notwendig, erklärte der Abgeordnete. Dies gelte auch für die gesamte Liefer- und Auftragnehmerkette einschließlich externer Unternehmen.

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