
Bigon kritisiert Autonomiepläne im Gesundheitswesen
Die PD-Regionalrätin Anna Maria Bigon hat die geplanten Regelungen zur differenzierten Autonomie im Gesundheitswesen kritisiert. In der Sitzung der Fünften Kommission des Regionalrats von Venetien ging es um die endgültigen Entwürfe der Vereinbarungen mit Rom, darunter um den Bereich Gesundheitsschutz.
Bigon zufolge reicht es nicht aus, den Rahmen für zusätzliche Leistungen und Überstunden von Ärzten und Pflegekräften zu lockern. Damit werde der strukturelle Personalmangel in den öffentlichen Krankenhäusern Venetiens nicht behoben.
Die Regionalrätin fordert stattdessen Möglichkeiten, die Grundvergütung im öffentlichen Gesundheitsdienst anzuheben. Außerdem müssten öffentliche Einrichtungen und akkreditierte private Anbieter nach vergleichbaren Regeln arbeiten können.
Nach Ansicht Bigons bleibt das öffentliche System gegenüber privaten akkreditierten Strukturen im Nachteil: Private Anbieter verfügten über mehr Flexibilität bei Verträgen und könnten attraktivere Konditionen anbieten. Öffentliche Gesundheitsbetriebe seien dagegen an nationale Tarifgrenzen und Beschränkungen bei Einstellungen gebunden.
Die vorgesehenen Maßnahmen seien deshalb keine echte Vertragsautonomie, sondern vor allem ein Instrument zur kurzfristigen Bewältigung von Personalengpässen, erklärte Bigon.