
Bischof Pompili stellt in Verona seinen vierten Hirtenbrief vor
Der Veroneser Bischof Domenico Pompili stellt am Dienstag, 8. September, seinen vierten Hirtenbrief vor. Die Schrift trägt den Titel „Sulla via“ und wird während der Messe zum Fest Madonna del Popolo um 20.30 Uhr im Dom von Verona offiziell überreicht.
Der Titel nimmt eine frühe Bezeichnung für Christen auf: „diejenigen des Weges“. Das Bild des Unterwegsseins zieht sich durch die mehr als hundert Seiten des Dokuments. Pompili blickt darin auf den Weg der Kirche von Verona in den vergangenen Jahren zurück und formuliert zugleich Orientierung für die kommenden Entscheidungen.
„Der biblische Gott ist nicht unbeweglich: Er ist eine Gegenwart, die geht, entgegenkommt und begleitet“, schreibt der Bischof. Auch Jesus sei der Gott, der gelernt habe zu gehen. Der Weg sei nicht vollständig vorgezeichnet, sondern entstehe erst dadurch, dass man sich in Bewegung setze.
Für die Diözese bedeute dies nun, gemeinsam auf die bisherigen Erfahrungen zu schauen, das Wesentliche zu erkennen und jene Initiativen zu stärken, die sich als besonders fruchtbar erwiesen haben.
Der Hirtenbrief verbindet theologische und pastorale Überlegungen mit zahlreichen kulturellen Bezügen. Dazu gehören Vincent van Goghs Gemälde „Erste Schritte“ aus dem Jahr 1890, Antonio Machados Gedicht „Wanderer“, Verse von Dante sowie ein Zitat aus dem Film „I cento passi“ von Marco Tullio Giordana. Auch Alessandro Baricco, Martin Buber und Christian Bobin werden erwähnt. Hinzu kommen Texte der vergangenen Päpste und Dokumente der italienischen Kirche.
„Sulla via“ ist in zwei große Abschnitte gegliedert. Der erste trägt den Titel „Strada facendo“ – „Unterwegs“ – und beschäftigt sich mit der Bedeutung des Gehens und Reisens sowie mit der Deutung dieser Erfahrung in der Bibel. Der zweite Teil, „Camminare insieme“ – „Gemeinsam gehen“ –, ist stärker auf die konkrete Arbeit der kirchlichen Gemeinschaft ausgerichtet.
In diesen Abschnitt fließen auch die Ergebnisse der Diözesanversammlung vom 16. Mai sowie die Beratungen in den Vikariaten, im Diözesanpastoralrat, im Priesterrat und in den diözesanen Diensten ein. Der Hirtenbrief leitet damit eine Phase konkreter Entscheidungen in den einzelnen Gebieten der Diözese ein. Für die Pfarrer ist zusätzlich ein Arbeitsinstrument vorgesehen.
Bei der Messe am 8. September überreicht Pompili die Schrift unter anderem den Gremien der Diözese, den Vertretern katholischer Schulen und den Religionslehrern. Alle Gläubigen, die an der Messe teilnehmen, erhalten beim Ausgang des Doms ebenfalls ein Exemplar.
Ab Mittwoch, 9. September, ist „Sulla via“ außerdem in den Pfarreien und katholischen Buchhandlungen von Verona zum symbolischen Preis von einem Euro erhältlich.