
Borgo Trento setzt neue Parkinson-Therapie erstmals in Venetien ein
Das Krankenhaus Borgo Trento in Verona hat als erste Einrichtung in Venetien eine neue Technik zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt. Bei dem Eingriff wurden gerichtete Elektroden mit 16 Kontakten für eine tiefe Hirnstimulation (DBS) implantiert. Nach Angaben des Krankenhauses handelt es sich zugleich um einen der ersten Eingriffe dieser Art in Italien.
Die dünnen Elektroden geben elektrische Impulse an genau festgelegte Bereiche des Gehirns ab. Im Vergleich zu früheren Systemen bieten die neuen 16-Kontakt-Elektroden einen um 200 Prozent größeren Stimulationsbereich. Dadurch kann die Behandlung präziser auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Zugleich sollen mögliche Nebenwirkungen verringert werden.
Der Eingriff wurde von einem multidisziplinären Team aus den Abteilungen Neurochirurgie B, Stereotaxie und Neurologie A durchgeführt. Beteiligt waren Michele Longhi, Alberto Feletti, Antonella Lombardo und Giorgio Tommasi. Die jeweiligen Abteilungen werden von Francesco Sala, Antonio Nicolato und Bruno Bonetti geleitet.
Das Krankenhaus in Verona verfügt nach eigenen Angaben über rund 20 Jahre Erfahrung mit dieser Behandlung. Bei den dort behandelten Patienten wurde im Durchschnitt eine Verbesserung der motorischen Symptome um 70 Prozent festgestellt. Zudem gingen unwillkürliche Bewegungen deutlich zurück, während der Bedarf an Medikamenten um rund 70 Prozent reduziert werden konnte.
Die neue Technik kann auch den Ablauf im Operationssaal erleichtern. Die Neurochirurgen Longhi und Feletti erklären, dass mit dem 16-Kontakt-System eine präzisere Stimulation in kürzerer Zeit möglich sei. Das erhöhe den Komfort der Patienten und verbessere die Organisation der Eingriffe.
Für eine tiefe Hirnstimulation kommen allerdings nur ausgewählte Patienten infrage. Als mögliche Kandidaten gelten laut dem Neurologen Giorgio Tommasi vor allem Menschen bis zu einem Alter von 70 Jahren mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit. Die Medikamente müssen weiterhin wirksam sein, zugleich aber starke motorische Schwankungen oder unwillkürliche Bewegungen auftreten. Außerdem sind ein guter allgemeiner Gesundheitszustand und das Fehlen schwerer kognitiver Störungen erforderlich.