
CGIL Veneto fordert strukturelle Maßnahmen gegen extreme Hitze
Die CGIL Veneto fordert nach dem heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen langfristige Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels. Die Gewerkschaft reagierte damit auf die von der regionalen Klimaschutzbeauftragten Elisa Venturini vorgestellten Daten zu Temperaturen und Hitzewellen in Venetien.
Nach Ansicht der CGIL dürfen die außergewöhnlichen Wetterlagen nicht mehr ausschließlich als vorübergehende Notfälle behandelt werden. Die Daten müssten vielmehr Ausgangspunkt für eine dauerhafte politische Planung sein.
Zu den Forderungen gehören eine Begrenzung des Flächenverbrauchs und der Ausbau von Grünflächen in den Städten. Stadtgrün könne die Auswirkungen sogenannter Hitzeinseln verringern. Zwischen begrünten und stark versiegelten Gebieten könnten Temperaturunterschiede von mehreren Grad bestehen, erklärte Francesco Andrisani aus der regionalen CGIL-Leitung. Besonders betroffen seien dadurch ältere und gesundheitlich gefährdete Menschen.
Andrisani verwies außerdem darauf, dass Venetien beim Flächenverbrauch hinter der Lombardei an zweiter Stelle unter den italienischen Regionen liege. Die zunehmende Versiegelung verschärfe nach Einschätzung der Gewerkschaft die Folgen von Hitzewellen und verstärke soziale Unterschiede, da nicht alle Haushalte die gleichen Möglichkeiten zur Kühlung ihrer Wohnungen hätten.
Die CGIL verlangt mehrjährige Pläne zur Verringerung der Bebauung, zur Erweiterung öffentlicher Grünflächen und für einen nachhaltigeren Umgang mit Wasser. Vorgeschlagen werden unter anderem neue Speicherbecken, zusätzliche Möglichkeiten zur Wasserspeicherung und eine Verringerung der Verluste im Wassernetz.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schutz von Beschäftigten bei großer Hitze. Die Gewerkschaft bewertet die regionale Verordnung gegen Hitzestress positiv und befürwortet eine mögliche Verlängerung der Maßnahmen. Der Schutz dürfe jedoch nicht auf akute Notlagen beschränkt bleiben, erklärte Silvana Fanelli aus der regionalen CGIL-Leitung.
Nach Ansicht der Gewerkschaft müssen Hitzeschutz und Prävention dauerhaft in die betriebliche Organisation aufgenommen werden. Dafür müssten je nach Branche auch Arbeitszeiten, Arbeitsabläufe und Schutzmaßnahmen angepasst werden. Der Schutz der Gesundheit und Sicherheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sei keine Kostenfrage, sondern eine grundlegende Pflicht, so Fanelli.