
Desenzano: Komitee stellt zehn Fragen zum geplanten Krankenhaus auf dem Montecroce
Das Komitee „Manteniamo l’Ospedale di Desenzano sul Montecroce“ hat den zuständigen Behörden und dem Politecnico di Milano zehn Fragen zur Zukunft des Krankenhauses von Desenzano del Garda übermittelt. Die Stellungnahme basiert auf einer Analyse des Dokuments zur Machbarkeit der verschiedenen Projektalternativen (DOCFAP).
Die Unterlagen wurden am 14. September an die Behörden, die am technischen Runden Tisch beteiligt waren, sowie an das Politecnico di Milano geschickt. Das Institut hatte den DOCFAP ausgearbeitet. Das Komitee fordert nach eigenen Angaben klare, dokumentierte und überprüfbare Antworten.
Im DOCFAP werden drei Möglichkeiten miteinander verglichen: ein Neubau an einem anderen Standort, dem sogenannten „Buca“-Areal, ein Neubau auf dem Montecroce mit schrittweisem Abriss und Wiederaufbau sowie die Sanierung des bestehenden Krankenhauses.
Als bevorzugte Lösung gilt die zweite Variante, also der Neubau auf dem Montecroce. Die Variante B wurde von der ASST Garda mit dem Dekret Nr. 677 vom 20. Juli 2026 genehmigt.
Das Komitee stellt unter anderem Fragen zur Größe des künftigen Krankenhauses, zu den angesetzten Kosten, zur Dauer der Bauarbeiten und zur Sicherstellung des laufenden Krankenhausbetriebs. Auch die verbleibende Nutzungsdauer der bestehenden Gebäude soll nach Ansicht der Gruppe genauer geprüft werden.
Kritisch bewertet das Komitee außerdem, dass keine integrierte Lösung untersucht worden sei. Dabei hätten die noch neueren und funktionsfähigen Teile des bestehenden Krankenhauskomplexes erhalten und bei Bedarf durch neue Gebäude ergänzt werden können. In den vergangenen Jahren seien bereits Maßnahmen im Wert von mehr als 24 Millionen Euro umgesetzt oder geplant worden. Weitere Investitionen wären zudem notwendig, weil das bestehende Krankenhaus im bevorzugten Szenario noch mehr als zehn Jahre in Betrieb bleiben müsste.
Auch das Bewertungssystem im DOCFAP wirft nach Ansicht des Komitees Fragen auf. Für die Variante eines Krankenhauses im „Buca“-Areal wird eine teilweise soziale und politische Akzeptanz angegeben. Die Gruppe möchte wissen, auf welcher Grundlage diese Einschätzung getroffen wurde und wen man dazu befragt habe. Zudem seien im Dokument materielle Fehler und interne Widersprüche festgestellt worden, die überprüft werden müssten.
Das Komitee betont, es wolle den technischen Fachleuten nicht vorgreifen und keine der Lösungen grundsätzlich ausschließen. Eine Entscheidung über ein Krankenhausprojekt im Wert von mehreren hundert Millionen Euro müsse jedoch auf korrekten, konsistenten und überprüfbaren Daten sowie auf einem transparenten Vergleich aller realistischen Alternativen beruhen.
Ab Oktober plant die Gruppe öffentliche Treffen in Desenzano, Lonato, Sirmione und Bedizzole. Dort soll die Analyse vorgestellt und über die offenen Fragen zum DOCFAP diskutiert werden.