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Kultur
29/08/2026 - 12:37

Erkennungsmarke von Giulio Comincioli kehrt nach Toscolano Maderno zurück

Die Erkennungsmarke des italienischen Alpini Giulio Comincioli ist nach Toscolano Maderno zurückgekehrt. Sie war im Januar 2025 auf dem Gelände des ehemaligen Gefangenenlagers Prostki im Nordosten Polens gefunden worden – nahe der heutigen Grenze zu Litauen und Belarus.

Giulio Comincioli wurde am 3. April 1915 in Gargnano geboren. Nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943 verweigerte er die Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Deutschland und der Italienischen Sozialrepublik. Als italienischer Militärinternierter wurde er am 9. September 1943 in Colle Isarco von deutschen Truppen gefangen genommen und anschließend nach Deutschland deportiert.

Neun Tage lang wurde Comincioli in einem verschlossenen Eisenbahnwaggon transportiert. Schließlich kam er in das Lager Stalag I-B/PR bei Prostki, einem Außenlager des Stalag I-B in der damaligen deutschen Provinz Ostpreußen. Dort trug er die Nummer 1915–53641/43. Das Lager wurde am 22. Januar 1945 von sowjetischen Truppen befreit. Comincioli kehrte im Juni desselben Jahres nach Hause zurück.

In der Familie war lange Zeit nichts über seine Gefangenschaft in Polen bekannt. „Der Großvater sprach nie über diese Hölle“, berichtet sein Enkel Alessandro Comincioli. Bekannt war lediglich, dass ein Deutscher ihm während eines Teils seiner Gefangenschaft geholfen und ihn mit Nahrung versorgt hatte.

Gefunden wurde die Erkennungsmarke am 12. Januar 2025 von Mariusz Jarząbek, dem Vorsitzenden des polnischen historisch-archäologischen Vereins Jaćwież. Gemeinsam mit dem Historiker Stefan Marcinkiewicz konnten die polnischen Forscher den Kontakt zur Familie herstellen. Neben Cominciolis Marke wurden in Prostki weitere Erkennungsmarken italienischer Soldaten entdeckt.

Übergeben wurde das Fundstück bei einer Zeremonie, die kürzlich von der Alpini-Gruppe aus Colico in der Provinz Lecco organisiert wurde. Auch Vertreter der Alpini-Gruppe aus Toscolano Maderno nahmen daran teil.

Die italienische Präsidentschaft des Ministerrats hat außerdem den Antrag auf die postume Verleihung der Ehrenmedaille an Giulio Comincioli angenommen. Die offizielle Übergabe ist für den 21. September 2026 um 10.30 Uhr in der Kaserne Gioito in Brescia anlässlich des Tages der italienischen Internierten vorgesehen.

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