Tipps, Erlebnisse und Aktuelles vom Gardasee
Kultur
25/08/2026 - 11:58

Film Festival della Lessinia: Kardinal Vesco erinnert an die Märtyrer von Algerien

Beim Film Festival della Lessinia in Bosco Chiesanuova haben Kardinal Jean-Paul Vesco und der Bischof von Verona, Domenico Pompili, am Montag, 24. August, über die Märtyrer von Algerien gesprochen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die sieben Trappisten von Tibhirine, die während des algerischen Bürgerkriegs entführt und getötet wurden.

Moderiert wurde die Veranstaltung auf dem voll besetzten Festivalplatz von Lorenzo Fazzini, dem Verlagsleiter der Libreria Editrice Vaticana. Ebenfalls anwesend waren der Bürgermeister von Bosco Chiesanuova, Claudio Melotti, und Pfarrer Lucio Benedetti.

Vesco, der die katholische Gemeinschaft in Algier leitet, erinnerte daran, dass 19 katholische Ordensleute während der Gewalt in Algerien nicht geflohen waren. Sie blieben an der Seite ihrer muslimischen Freunde. Die Ordensleute wurden 2018 seliggesprochen.

Es gehe nicht nur um Christen, die von Muslimen getötet worden seien, betonte Vesco. Im algerischen Bürgerkrieg habe es insgesamt rund 200.000 Tote gegeben. Die 19 Märtyrer hätten sich zum Bleiben entschieden, weil sie ihre muslimischen Freunde nicht verlassen wollten. Ihre Geschichte stehe deshalb weniger für Heldentum als für eine gelebte Verbundenheit und Liebe.

Mit Blick auf die internationale Lage warnte der Kardinal vor dem Risiko eines Weltkriegs. Notwendig sei ein Friedensprozess, der nicht auf einer Konfrontation zwischen Islam und Christentum beruhe. Vesco sprach von einem „entwaffneten und entwaffnenden Frieden“ und verwies auf die Forderung von Papst Leo XIV. nach Abrüstung und einer Friedenswirtschaft.

Bischof Pompili dankte Vesco für seinen direkten Stil und für den Beitrag der katholischen Gemeinschaft in Algerien zum gegenseitigen Austausch. Die Geschichte der Märtyrer von Tibhirine zeige, dass Integration durch Begegnung auf Augenhöhe und durch das gemeinsame Leben im Alltag möglich werde. In einer multikulturellen Gesellschaft gehe es nicht allein um Toleranz, sondern auch um gleiche Rechte und Pflichten.

## Ausstellung in Bosco Chiesanuova

Noch bis zum 30. August ist im Centro socio-culturale an der Piazzetta Suor Maria Giuseppa Scandola 4 die Ausstellung „Chiamati due volte. I martiri d’Algeria“ zu sehen. Geöffnet ist sie von 10.30 bis 12.30 Uhr sowie von 15.30 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung umfasst Bilder, Videos und persönliche Berichte von Missionaren und Angehörigen. Sie wird vom Meeting per l’Amicizia tra i Popoli, der Libreria Editrice Vaticana und der Fondazione Oasis getragen und von der Diözese Verona, dem Verein Rivela sowie der Pfarrei von Bosco Chiesanuova unterstützt.

Newsletter

Erhalte jeden Morgen die wichtigsten Informationen des Tages rund um den Gardasee – aktuell, kompakt und direkt per E-Mail.
Ich stimme zu, den Newsletter zu erhalten, und akzeptiere die Datenschutzerklärung.
Dieses Feld ist erforderlich.

Weitere Nachrichten

Aktuelles

Grafikwände und Lightboxen: Wie Räume in Verona zu Kommunikationsflächen werden

Kultur

Film Festival della Lessinia: Kardinal Vesco erinnert an die Märtyrer von Algerien

Verona

Flavio Tosi fordert europäisches Netz kleiner Wasserbecken gegen Dürre

Aktuelles

Bigon fordert: Gruppenpraxen sollen zu wohnortnahen Gesundheitszentren werden