
Gesetzentwurf für Netz kleiner Wasserspeicher in Venetien
Der Regionalrat Cristiano Corazzari (Lega – Liga Veneta) hat einen Gesetzentwurf für ein Netz dezentraler Wasserspeicher in Venetien vorgestellt. Das Projekt trägt den Namen RE.MI.DI. – Rete Veneta di Micro-Invasi Diffusi – und soll die Landwirtschaft besser auf Trockenperioden und Starkregen vorbereiten.
Vorgesehen sind kleine Speicherbecken mit einem maximalen Fassungsvermögen von jeweils 50.000 Kubikmetern. Sie sollen überwiegend Regenwasser auffangen, das in Zeiten von Wasserknappheit für die Bewässerung genutzt werden kann. Nach den Vorstellungen des Antragstellers sollen die Anlagen in die ländliche Landschaft integriert und nach Umweltkriterien geplant werden.
Corazzari begründet den Vorstoß mit längeren Dürrephasen, sinkenden Grundwasserspiegeln sowie zunehmend konzentrierten Niederschlägen. Kleine Speicher könnten seiner Darstellung zufolge außerdem zur Grundwasserneubildung beitragen, das Risiko von Überflutungen mindern und in Küstengebieten dem Vordringen von Salzwasser entgegenwirken.
Eine zentrale Rolle sollen die Konsortien für Bodenverbesserung und Bewässerung übernehmen. Sie wären für Planung, Bau und Betrieb der Anlagen zuständig. Die Regionalregierung soll einen zehnjährigen Maßnahmenplan erarbeiten und dabei unter anderem Veneto Agricoltura, die Umweltbehörde ARPAV, die Flussgebietsbehörde, Landwirtschaftsverbände und Umweltorganisationen einbeziehen.
Für landwirtschaftliche Betriebe sind regionale Zuschüsse für betriebliche Kleinspeicher vorgesehen. Gefördert werden sollen bis zu 70 Prozent der anerkannten Kosten, maximal 100.000 Euro je Betrieb. Für größere Vorhaben nennt der Entwurf auch öffentlich-private Partnerschaften als mögliche Finanzierungsform.
Der Gesetzentwurf sieht insgesamt 30 Millionen Euro pro Jahr für 2026, 2027 und 2028 vor. Die Mittel sollen sowohl in Investitionen landwirtschaftlicher Betriebe als auch in öffentliche Infrastruktur aus dem regionalen Maßnahmenplan fließen.