
Giorgio Scarato ist tot: Künstler und Umweltstimme der Veroneser Bassa
Die Veroneser Bassa nimmt Abschied von Giorgio Scarato. Der 1942 in San Bonifacio geborene und in Cologna Veneta aufgewachsene Künstler, Illustrator und langjährige Kommunalpolitiker ist gestorben. Über Jahrzehnte verband er seine künstlerische Arbeit mit politischem Engagement und dem Einsatz für Umwelt und Gemeinwohl.
An Scarato erinnerte unter anderem Europa Verde Verona. Auch Michele Bertucco, Stadtrat von Verona, sowie sein Sohn Piero würdigten sein Leben und Wirken.
## Internationale Karriere als Illustrator
Scarato begann seine berufliche Laufbahn in den 1960er-Jahren im Mailänder Illustrationsmilieu. Nach Angaben von Europa Verde arbeitete er unter anderem mit Mondadori, Fabbri, Kodansha, Shogakukan und Walt Disney zusammen. Zu den genannten Projekten gehört auch eine eigene Interpretation von Pinocchio, in der die Landschaft des Veneto eine zentrale Rolle einnahm.
Seine Werke wurden demnach in verschiedenen internationalen Städten und bei Ausstellungen gezeigt, darunter New York, Dallas, Palm Beach, Stockholm und Istanbul. Für den Vatikan fertigte Scarato außerdem große Heiligenporträts für die Fassade des Petersdoms an. Trotz seiner internationalen Tätigkeit blieb er eng mit der Region Verona verbunden.
## Kunstwerkstatt in Pressana
Nach seiner Zeit in Cologna Veneta ließ sich Scarato in Pressana nieder. Dort restaurierte er die aus dem Jahr 1470 stammende Annunziata-Kirche und machte sie zu einer Kunstwerkstatt. Der Ort stand auch Menschen offen, die sich der Malerei nähern und das Handwerk erlernen wollten.
2016 erhielt Scarato von der Provinz Verona den Kunstpreis Cangrande gemeinsam mit Milo Manara und Giancarlo Zucconelli. Zwischen 2022 und 2023 schuf er außerdem 35 Tafeln zu seiner eigenen Darstellung von Dantes „Inferno“.
## 25 Jahre im Gemeinderat
Neben der Kunst spielte die Politik eine wichtige Rolle in Scaratos Leben. Er saß 25 Jahre im Gemeinderat von Cologna Veneta und nach Angaben von Europa Verde 20 Jahre im Provinzrat von Verona. Außerdem leitete er die bürgerliche, umweltpolitisch und progressiv ausgerichtete Liste „L’Alternativa per Cologna“, mit der er 2016 für das Bürgermeisteramt kandidierte.
Besonders erinnert wird sein Einsatz aus der Opposition heraus. Scarato kontrollierte Verwaltungsentscheidungen und setzte sich für den Schutz des öffentlichen und kulturellen Erbes ein. In einem Fall machte er öffentlich auf ein Temperabild aufmerksam, das er 1975 selbst angefertigt hatte und das jahrelang vergessen auf dem Dachboden des Rathauses lag.
## Einsatz gegen PFAS und Flächenverbrauch
Scarato engagierte sich auch in den Debatten über die PFAS-Belastung des Grundwassers in der Veroneser Bassa. Bei den entsprechenden Versammlungen forderte er laut Europa Verde mehr Transparenz bei den Daten, eine stärkere Beteiligung der Bürger und mehr Verantwortung der Institutionen.
Fragen zu Wasser, Bodenverbrauch und Raumplanung verstand er demnach nicht als rein technische Themen, sondern als Entscheidungen mit Folgen für kommende Generationen.
Michele Bertucco bezeichnete Scarato als eine Persönlichkeit, die von der Veroneser Bassa als Teil ihrer eigenen Identität wahrgenommen worden sei. Kunst und politisches Engagement seien bei ihm Ausdruck derselben Verantwortung gegenüber dem Gebiet gewesen.
Sein Sohn Piero verabschiedete sich mit persönlichen Worten. Er schrieb, er wolle seinen Vater trotz eines nicht immer einfachen Verhältnisses wegen der vielen guten Dinge in Erinnerung behalten, die dieser ihm mitgegeben habe.