
Kapuziner verlassen nach mehr als 400 Jahren das Kloster in Barbarano
Nach mehr als vier Jahrhunderten werden die Kapuziner zwischen Oktober und November das Kloster von Barbarano in Salò endgültig verlassen. Die Entscheidung wurde in den vergangenen Wochen bekannt gegeben und ist Teil eines größeren Umstrukturierungsplans des Kapuzinerordens. Dieser sieht die Schließung mehrerer Klöster in verschiedenen Gebieten Nordwestitaliens vor.
Das Kloster soll jedoch weiterhin sozial genutzt werden. Die Räumlichkeiten werden nicht in Unterkünfte oder private Wohnungen umgewandelt, sondern künftig der bres cianischen Hilfsorganisation „Abitare la Vita“ zur Verfügung stehen, die mit dem Orden der Barmherzigen Brüder verbunden ist. Vorgesehen ist die Betreuung von Menschen und Familien in schwierigen Lebenssituationen. Auch Wohnmöglichkeiten für Bedürftige sollen angeboten werden.
Noch offen ist die Zukunft der angeschlossenen Kirche. Darüber muss die Diözese Brescia entscheiden.
## Rückgang der Zahl der Ordensleute
Hinter dem Rückzug steht vor allem der kontinuierliche Rückgang der Zahl der Kapuziner. Der Orden will deshalb seine Kräfte und Ressourcen auf eine kleinere Zahl von Gemeinschaften und Einsatzorten konzentrieren.
Für die Gläubigen in der Region bedeutet die Schließung den Verlust eines wichtigen spirituellen Bezugspunkts. Die Kapuziner betreuen bislang vier Frauengemeinschaften, leisten ihren Dienst in zwei Gesundheitseinrichtungen der Umgebung und unterstützen bei Bedarf den Diözesanklerus. Mit dem Wechsel der Ordensleute in andere Gemeinschaften der Kapuzinerprovinz werden diese Aufgaben entfallen oder neu organisiert werden müssen.
Auch die Zukunft der Laiengemeinschaft des Dritten Franziskanischen Ordens ist noch unklar. Sie hat ihren Sitz bisher im Kloster von Barbarano.
Das Ende der Kapuzinerpräsenz fällt in das Jahr der Feierlichkeiten zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi und des franziskanischen Jubiläumsjahres. Nach mehr als 400 Jahren endet damit ein bedeutendes Kapitel der religiösen Geschichte von Salò. Für das Kloster und die örtliche Gemeinschaft beginnt eine neue Phase.