
Koordinierung fordert Auflösung der Comunità del Garda
Das Interregionale Koordinierungskomitee zum Schutz des Gardasees hat die Gemeinden der Comunità del Garda per zertifizierter E-Mail aufgefordert, die derzeitige Vereinigung aufzulösen. An ihre Stelle soll nach dem Willen des Komitees eine übergeordnete öffentliche Einrichtung mit wirksamen Befugnissen für die einheitliche Verwaltung des Sees treten.
Nach Ansicht des Komitees wird der Gardasee trotz seiner zusammenhängenden ökologischen Struktur weiterhin auf mehrere Zuständigkeiten und Entscheidungsebenen verteilt. Die Comunità del Garda sei eine privatrechtliche Vereinigung öffentlicher Körperschaften ohne eigene Zuständigkeiten, dauerhaft gesicherte Mittel und verbindliche Koordinierungsmöglichkeiten. Deshalb könne sie zentrale Fragen des Sees nicht ausreichend steuern.
Genannt werden unter anderem der Umweltschutz, die Wasserqualität, die Abwasserreinigung, der Tourismusdruck, der Flächenverbrauch, Mobilität, Schifffahrt, Sicherheit, Infrastruktur und Raumplanung. Die Comunità del Garda könne den See nach Darstellung des Komitees nicht regieren und nicht institutionell vertreten, sondern ihn lediglich beschreiben und teilweise fördern.
## Kritik an Projekten und Ausgaben
Das Komitee kritisiert außerdem mehrere Projekte und Positionen der Comunità del Garda. Dazu zählen die geplante Rad- und Fußwegverbindung, der neue Abwassersammler und die Großkläranlage sowie die Unterstützung für einen weiteren TAV-Halt. Nach Einschätzung des Komitees könnten insbesondere die Abwasserprojekte eine zusätzliche bauliche Entwicklung mit Luxuswohnungen, Hotels und Resorts begünstigen.
Auch die Finanzen werden angeführt. Im Jahr 2025 habe die Comunità del Garda Einnahmen von 792.140,86 Euro verzeichnet. Davon seien 392.336,41 Euro aus Beiträgen der Mitgliedsgemeinden und damit aus öffentlichen Mitteln gekommen. Den Angaben des Komitees zufolge entfalle der übrige Betrag unter anderem auf die Gehälter von drei Beschäftigten, interne Verrechnungen und einen geringen Überschuss.
## Forderungen an die Gemeinden
Das Koordinierungskomitee fordert die Gemeinden auf, den Prozess zur Beendigung der Vereinigung einzuleiten und automatische Finanzierungsmechanismen auszusetzen. Außerdem soll ein institutioneller Verhandlungstisch mit den Regionen Lombardei und Venetien, der Autonomen Provinz Trient und dem italienischen Staat eingerichtet werden.
Ziel müsse ein einheitliches Verwaltungsmodell für das gesamte Seebecken sein. Die derzeit für die Vereinsstruktur eingesetzten Mittel sollten nach den Vorstellungen des Komitees stattdessen in konkrete operative und technische Aufgaben fließen.