
Lonato Insieme kritisiert DUP: „Es fehlt eine städtebauliche Vision“
Die Oppositionsgruppe Lonato Insieme kritisiert das neu verabschiedete Documento Unico di Programmazione (DUP) der Gemeinde Lonato del Garda. Das mehrjährige Planungsdokument sei wenig ambitioniert und enthalte vor allem eine Auflistung einzelner Maßnahmen, ohne deren Umsetzung und Finanzierung ausreichend zu konkretisieren, teilte die Gruppe mit.
Nach Ansicht von Lonato Insieme fehle insbesondere die Verbindung zum Piano di Governo del Territorio (PGT), dem städtebaulichen Entwicklungsplan der Gemeinde. Die dreijährige Planung müsse beide Instrumente zusammenführen und daraus klare politische und operative Strategien ableiten.
## Kritik am Flächennutzungsplan
Der derzeitige PGT wurde nach Angaben der Gruppe im Jahr 2010 verabschiedet und sei trotz zweier allgemeiner Änderungen inzwischen überholt. Lonato Insieme verweist unter anderem auf die weitgehende Ausschöpfung der vorgesehenen Entwicklungsbereiche, den hohen Flächenverbrauch in Lonato sowie die von der Provinz Brescia festgelegte Vorgabe, den Verbrauch neuen Bodens um 30 Prozent zu begrenzen.
Die Gruppe kritisiert außerdem, dass städtebauliche Vorhaben häufig über Sondergenehmigungen und Verfahren außerhalb des geltenden PGT umgesetzt würden. Dadurch würden die ursprünglichen planerischen Vorgaben zunehmend an Bedeutung verlieren.
Als Beispiele nennt Lonato Insieme das Gebiet an der Via Mantova, das sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem zusammenhängenden Bereich mit Handwerksbetrieben, Geschäften und Sporteinrichtungen entwickelt habe. Auch ein stillgelegtes Abbaugebiet müsse dort städtebaulich neu geordnet werden. Eine ähnliche Situation sieht die Gruppe im Bereich Lido di Lonato.
## Bezahlbarer Wohnraum und Flächenverbrauch
Lonato Insieme bemängelt, dass im DUP zwar die Ausweisung von Flächen für den sozialen Wohnungsbau und ein Programm für bezahlbaren Wohnraum erwähnt würden, dafür aber eine übergeordnete städtebauliche Planung fehle.
Kritisch bewertet die Gruppe auch die im DUP vorgesehenen Einnahmen aus Baugenehmigungen. Für 2027 seien dafür 3,7 Millionen Euro veranschlagt worden, 33 Prozent mehr als für 2026. Nach Einschätzung von Lonato Insieme lasse sich diese Prognose nur schwer mit dem Ziel einer Reduzierung des Flächenverbrauchs vereinbaren.
Die Gruppe erklärt zudem, dass das DUP weder konkrete Angaben zur Begrenzung des Flächenverbrauchs noch Mittel für die Ausarbeitung eines neuen PGT enthalte. Sie verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Bürgermeister Roberto Bianchi die von der Provinz vorgeschlagene Reduzierung des Flächenverbrauchs um 30 Prozent für Lonato abgelehnt habe.
## Landwirtschaft und Tourismus
Auch bei der Entwicklung der landwirtschaftlich geprägten Gebiete fordert Lonato Insieme eine umfassende Neuordnung. Die im DUP erwähnte Förderung von DE.CO-Produkten sowie die Verbindung von Landwirtschaft und Tourismus reichten aus Sicht der Gruppe nicht aus.
Notwendig seien vielmehr eine genaue Abgrenzung landwirtschaftlicher Flächen und Schutzbereiche sowie klare Regeln für landwirtschaftliche Gebäude, die derzeit vergleichsweise leicht in Beherbergungsbetriebe umgewandelt werden könnten.
Lonato Insieme fordert deshalb einen neuen städtebaulichen Entwicklungsplan, der die unterschiedlichen Funktionen des Gemeindegebiets und die künftigen Entwicklungslinien klar festlegt.
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