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22/08/2026 - 21:24

Online-Petition gegen geplante Geflügelanlage am Lavagnone

Eine Online-Petition richtet sich gegen den geplanten Bau einer Geflügelanlage in der Nähe der Pfahlbaustätte Lavagnone. Das Gebiet gilt als archäologisch und landschaftlich sensibel. Die Pfahlbaustätte ist seit 2011 Teil des UNESCO-Welterbes.

Nach Angaben der Initiatoren sieht das Projekt ein rund 6.278 Quadratmeter großes und neun Meter hohes Gebäude vor. Dort sollen Eier ausgebrütet und Küken produziert werden. Die geplante Kapazität könnte laut den in der Petition genannten Projektunterlagen etwa 150.000 Eier pro Woche erreichen.

Die Unterzeichner fordern die zuständigen Behörden auf, die Planung vor einer endgültigen Veränderung des Areals zu überprüfen und nach Möglichkeit einen alternativen Standort auf anderen Flächen des Unternehmens zu prüfen.

Ein Schwerpunkt der Kritik ist das archäologische Risiko. Nach Darstellung der Petitionsinitiatoren soll die zuständige Denkmalbehörde das betroffene Gebiet als Bereich mit hohem archäologischem Risiko eingestuft haben. Die feuchten Böden und Torfschichten des Lavagnone hätten dazu beigetragen, organische Materialien über lange Zeit zu erhalten. Deshalb verlangen die Initiatoren, alle erforderlichen archäologischen Voruntersuchungen abzuschließen und öffentlich zugänglich zu machen, bevor Erdarbeiten beginnen.

Darüber hinaus fordert die Petition eine unabhängige Untersuchung der hydrologischen Auswirkungen. Nach Ansicht der Initiatoren könnte eine Veränderung des Geländes das Wassersystem und damit auch die Erhaltung der archäologischen Schichten beeinflussen.

Weitere offene Fragen sehen sie beim Flächenverbrauch, beim zusätzlichen Verkehr, beim Wasser- und Ressourcenverbrauch, bei möglichen Emissionen und Gerüchen sowie bei der Behandlung von Abwässern. Auch mögliche Auswirkungen auf Boden, Gewässer, Landschaft und Ökosystem sollen nach ihrer Forderung umfassend bewertet werden.

Besonders im Blick steht zudem die Via Lavagnone. Die Initiatoren beschreiben sie als ländliche Straße und verlangen eine öffentliche Untersuchung dazu, ob sie für den durch die geplante Produktionsanlage entstehenden Verkehr ausreichend und sicher ist.

Die Petition fordert von den Institutionen unter anderem, potenziell schädliche Arbeiten auszusetzen, die Standortwahl neu zu bewerten, die archäologischen Untersuchungen abzuschließen und eine unabhängige hydrologische sowie eine umfassende Umwelt- und Landschaftsbewertung vorzulegen. Außerdem sollen die Auswirkungen auf das Straßennetz geprüft und bei möglichen Bauarbeiten archäologische Kontrollen gewährleistet werden.

Die Initiatoren wünschen sich zudem einen Austausch zwischen Gemeinde, Denkmalbehörde, Universitäten, Fachleuten und Anwohnern. Eine offizielle Entscheidung oder Stellungnahme der zuständigen Behörden wird in der Petition nicht genannt.

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