
PFAS-Studie: TFA in Blutproben aller 110 getesteten Personen gefunden
Eine neue europäische Studie wirft erneut Fragen zu den gesundheitlichen Folgen von PFAS auf. In allen 110 untersuchten Blutproben wurde Trifluoracetat (TFA) nachgewiesen. Die Proben stammten von Freiwilligen aus neun europäischen Ländern.
Vorgestellt wurden die Ergebnisse in Brüssel von der venetischen Europaabgeordneten Cristina Guarda (Alleanza Verdi e Sinistra), die die Untersuchungskampagne angestoßen hatte. Die Studie wurde von der Fraktion der europäischen Grünen in Auftrag gegeben.
TFA gilt als besonders kleine und schwer abbaubare PFAS-Verbindung. Nach Angaben der Studieninitiatoren machte die Substanz mehr als 80 Prozent der insgesamt gemessenen PFAS-Belastung in den untersuchten Körpern aus. Mindestens ein Viertel der Teilnehmer überschritt demnach die derzeit geltenden EU-Sicherheitswerte für sogenannte historische PFAS.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der weiblichen Bevölkerung. Untersucht wurden 46 Frauen, darunter Schwangere, junge Mütter und Frauen im gebärfähigen Alter. Hintergrund sind Bewertungen der Europäischen Chemikalienagentur ECHA, die eine Einstufung von TFA als reproduktionstoxisch empfohlen hat.
Guarda verwies bei der Vorstellung des Berichts auch auf die PFAS-Belastung in Venetien und den Fall des inzwischen geschlossenen Chemieunternehmens Miteni. Sie forderte ein umfassendes Verbot der gesamten Stoffgruppe, statt schrittweise einzelne PFAS zu untersagen.
Nach den in der Studie genannten Schätzungen verursacht die gesundheitliche Belastung durch PFAS in Europa jährlich Kosten zwischen 52 und 84 Milliarden Euro. Die künftigen Sanierungsmaßnahmen könnten sich demnach auf bis zu 1.700 Milliarden Euro belaufen.