
Pieve di Santa Giustina in Palazzolo restauriert: Tabernakel aus dem 15. Jahrhundert kehrt zurück
Die Pieve di Santa Giustina in Palazzolo, einem Ortsteil der Gemeinde Sona, ist nach umfangreichen Arbeiten zur Erdbebensicherung, Restaurierung und Aufwertung wiedereröffnet worden. Im Mittelpunkt der Einweihung stand auch die Rückkehr eines wertvollen Tabernakels aus dem 15. Jahrhundert, das zuvor lange in der Biblioteca Capitolare in Verona aufbewahrt worden war.
Die Arbeiten kosteten insgesamt 500.000 Euro und wurden im Rahmen des italienischen Aufbauplans PNRR finanziert. Das Projekt umfasste die Sicherung der Mauern und des Daches, die Restaurierung hölzerner Bauteile sowie die Verbesserung der Regenwasserableitung. Auch die Außenbereiche wurden neu gestaltet. Die Wege erhielten eine neue Pflasterung aus weißem Stein aus der Lessinia und wurden sicherer gemacht.
Im Inneren der romanischen Kirche mit einem Schiff und zwei Apsiden wurden historische Putze und Fresken restauriert. Außerdem erneuerte man die technischen Anlagen und installierte neue Beleuchtungs- sowie Beschallungssysteme. Diese sollen auch bei Führungen und Veranstaltungen genutzt werden können.
Die Pieve liegt am Nordosthang des Hügels Santa Giustina innerhalb des Friedhofs von Palazzolo. Das Gebäude wurde aus Moränensteinen errichtet, die in Fischgrätform angeordnet sind. Zusammen mit den erhaltenen Kunstwerken macht diese Bauweise die Kirche zu einem wichtigen Zeugnis der lokalen Geschichte.
Das Tabernakel aus dem 15. Jahrhundert wurde in den vergangenen Tagen wieder an seinem ursprünglichen Standort aufgestellt. Das steinerne Werk zeigt in der Mitte den segnenden Christus als Erlöser, flankiert vom heiligen Jakobus dem Älteren und nach lokaler Überlieferung von der heiligen Giustina. Im unteren Bereich sind die Schmerzensmutter und der heilige Johannes dargestellt. Die zentrale Vertiefung diente ursprünglich zur Aufbewahrung der konsekrierten Hostien.
Bei der Einweihung waren unter anderem Sona-Bürgermeister Gianfranco Dalla Valentina, Kulturstadtrat Paolo Bellotti, der Pfarrer von Palazzolo, Don Matteo, sowie Don Osvaldo als Vertreter des Bischofs von Verona anwesend. Die Besucher besichtigten die Pieve begleitet von Mariuccia Armani vom Verein La Torre, der sich seit Jahren um die Pflege und Aufwertung des Bauwerks kümmert.
Bürgermeister Dalla Valentina bezeichnete die Restaurierung als Investition in das kulturelle Gedächtnis der Gemeinde. Don Osvaldo betonte, dass die Pieve nicht nur erhalten, sondern weiterhin als Treffpunkt der Gemeinschaft genutzt werden solle. Während der Feier wurde außerdem an Luigi Tacconi und Luigi Forante erinnert, die sich für die Aufwertung der Pieve eingesetzt hatten.