
Sicherheit in Venetien: Manildo und Trevisi fordern mehr Polizisten statt Militär
Die Debatte über die Sicherheitslage in Venetien geht weiter. Die Regionalräte Giovanni Manildo und Gianpaolo Trevisi vom Partito Democratico lehnen den Vorschlag der Lega ab, die Zahl der eingesetzten Soldaten von derzeit 6.800 auf 10.000 zu erhöhen. Regionalpräsident Alberto Stefani unterstützt den Vorstoß.
Nach Ansicht der beiden Politiker wäre der Einsatz des Militärs lediglich eine symbolische und vorübergehende Maßnahme. Soldaten seien zwar hochprofessionell, verfügten aber nicht über die spezielle Ausbildung für Aufgaben der öffentlichen Ordnung und für strafrechtliche Ermittlungen. Diese Zuständigkeiten lägen bei den Polizeikräften.
Auch feste Kontrollposten an Bahnhöfen oder in besonders belasteten Vierteln sehen Manildo und Trevisi kritisch. Sie könnten zwar kurzfristig ein Gefühl größerer Sicherheit vermitteln, würden die Probleme aber nicht an der Wurzel lösen und die Belastungen teilweise nur in angrenzende Bereiche verlagern.
Der venetische PD fordert stattdessen einen dauerhaften Ausbau des Personals bei den Polizeipräsidien und den kommunalen Ordnungskräften. Dazu gehörten die Einstellung und Ausbildung junger Polizisten, mehr Mittel für wissenschaftliche Arbeit und Ermittlungen sowie weniger Bürokratie, damit Polizeibeamte wieder stärker auf der Straße eingesetzt werden könnten.
Die Operation „Strade Sicure“ sei ursprünglich als außergewöhnliche und zeitlich begrenzte Maßnahme gedacht gewesen, erklären die Regionalräte. Die wiederholte Forderung nach einem Einsatz des Militärs bewerteten sie als Zeichen für die Grenzen der derzeitigen Sicherheits politik von Regierung und Region. Venetien brauche nach ihrer Einschätzung keine Übergangslösungen, sondern langfristige Investitionen und eine klare Zuständigkeit der jeweiligen Sicherheitskräfte.