
TAR kippt Wahlergebnis zum Provinzrat von Verona: Atitsogbe rückt nach
Das Verwaltungsgericht der Region Venetien (TAR) hat das Ergebnis der Wahlen zum Provinzrat von Verona vom 17. Mai 2026 korrigiert. Veronica Atitsogbe von der Mitte-links-Liste „Rete!“ erhält eine zuvor für ungültig erklärte Präferenzstimme und ersetzt damit Francesco Casella im Provinzrat.
Das Urteil mit der Nummer 01126/2026 wurde am 2. Oktober veröffentlicht. Anlass für den Einspruch war eine Präferenzstimme, bei der der Wähler den Vor- und Nachnamen Atitsogbes rechts neben dem Listensymbol eingetragen hatte – nicht auf der dafür vorgesehenen gestrichelten Linie.
Die Wahlkommission hatte die Stimme deshalb zunächst nicht berücksichtigt. Ohne diese Stimme kam Atitsogbe auf 3.453 gewichtete Stimmen und lag damit hinter Casella, der 3.618 Stimmen erreichte. Da die Stimme aus der Stadt Verona stammte, hatte sie ein Gewicht von 785 Stimmen.
Das TAR erkannte die Präferenz jedoch nach dem Grundsatz des sogenannten „favor voti“ an. Nach Ansicht der Richter war die Absicht des Wählers eindeutig, da er den vollständigen Namen der Kandidatin angegeben hatte. Die Eintragung auf der vorgesehenen Linie sei zwar gesetzlich vorgesehen, führe aber nicht automatisch zur Ungültigkeit, wenn der Wählerwille klar erkennbar sei.
Mit der anerkannten Stimme erreicht Atitsogbe 4.238 gewichtete Stimmen und überholt damit Casella. Das Gericht erklärte ihren Anspruch auf die Ernennung zur Provinzratsmitglied an seiner Stelle für rechtmäßig.
Die politische Kräfteverteilung in der Provinz ändert sich dadurch nicht, da der Wechsel innerhalb derselben Liste erfolgt. Die Provinz Verona muss außerdem 1.500 Euro Verfahrenskosten übernehmen. Für die formelle Umsetzung des Urteils sind nun die entsprechenden verwaltungstechnischen Schritte erforderlich.