
ULSS 9 setzt in Bussolengo auf Virtual Reality für die Erste-Hilfe-Ausbildung
Das Ausbildungszentrum der ULSS 9 Scaligera am Krankenhaus Orlandi in Bussolengo setzt künftig auch auf Virtual Reality. Gemeinsam mit dem Trentiner Studio Digital Mosaik hat das Zentrum das Projekt „ReadyToSave VR“ vorgestellt, das medizinisches Personal auf realistische Notfallsituationen vorbereiten soll.
Die Anwendung versetzt die Teilnehmer in alltägliche Szenarien, etwa in eine öffentliche Toilette oder eine Sportstätte. Statt einer reinen Unterrichtssituation müssen sie die Lage einschätzen, Entscheidungen treffen und die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen anwenden, während sich die Situation weiterentwickelt.
Das Training kann beliebig oft wiederholt werden. Fehler haben dabei keine realen Folgen, zugleich erhalten die Teilnehmer sofort eine Rückmeldung zu ihren Handlungen. Eine geführte Trainingsversion erklärt die einzelnen Schritte. In der Testversion werden Entscheidungen und Maßnahmen bewertet; berücksichtigt werden sowohl fachliche als auch soziale Kompetenzen. Die Ausbilder erhalten dadurch detaillierte Informationen über den Lernfortschritt. Eine integrierte emotionale Begleitung soll zudem helfen, den eigenen Stress in einer Notfallsituation wahrzunehmen und zu kontrollieren.
Die Virtual-Reality-Simulation ersetzt die zertifizierte Ausbildung nicht. Die praktische Arbeit am Übungsmodell, die Anleitung durch die Instruktoren und die Standards des Italian Resuscitation Council bleiben die Grundlage. Die neue Anwendung soll diese Elemente ergänzen. Zunächst wird sie innerhalb des Ausbildungszentrums in Bussolengo eingesetzt, bevor eine schrittweise Öffnung nach außen vorgesehen ist.
Das Zentrum der ULSS 9 hat in den vergangenen Jahren rund 2.800 Ärzte und Pflegekräfte aus verschiedenen Bereichen der Gesundheitsbehörde ausgebildet. Darüber hinaus wurden im Rahmen von Schulprogrammen etwa 3.000 Schülerinnen und Schüler im Raum Verona mit lebensrettenden Maßnahmen, Herz-Lungen-Wiederbelebung und dem richtigen Verhalten in Notfällen vertraut gemacht.
Zu den geplanten Weiterentwicklungen gehören weitere Ausbildungsthemen, die Nutzung auf mehreren digitalen Geräten sowie Angebote für Schulen und ehrenamtliche Organisationen. ULSS-9-Generaldirektor Pietro Girardi und der Leiter des Departments für Notfallmedizin, Mauro Carlini, betonen die Bedeutung der Verbindung von praktischer Simulation, moderner Technologie und dem Training der Stressbewältigung. Nach Angaben von Manuel Bazzanella, dem Gründer von Digital Mosaik, versteht sich das Projekt nicht nur als Anschaffung eines Produkts, sondern als längerfristiger Innovationsprozess.