
Unwetter im Veroneser Tiefland verursachen Schäden in Millionenhöhe
Die heftigen Unwetter vom Freitag, 28. August, haben in Venetien schwere Schäden verursacht. Besonders stark betroffen ist die Provinz Verona, vor allem das Tiefland. Nach ersten Schätzungen von Coldiretti Verona belaufen sich die Schäden in der Landwirtschaft auf mehrere zehn Millionen Euro.
Hagel und starke Winde zerstörten Ernten sowie landwirtschaftliche Anlagen. Betroffen sind unter anderem Lagerhallen, Gewächshäuser und Bewässerungssysteme. Coldiretti weist darauf hin, dass viele dieser Gebäude wegen ihres Alters oder fehlender Zertifizierungen nicht versichert werden können.
Im Raum Verona wurden Reis, Tabak, Getreide und Obst besonders stark beschädigt. Die größten Probleme werden aus Zevio, Palù, Oppeano und Ronco all’Adige gemeldet. Die Schäden des jüngsten Unwetters kommen zu den Folgen weiterer Unwetter in den vergangenen Tagen hinzu.
Der Präsident von Coldiretti Verona, Alex Vantini, spricht von einer nicht mehr tragbaren Notlage für die landwirtschaftlichen Betriebe. Viele Unternehmer kämpften bereits seit Monaten oder Jahren unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen um den Fortbestand ihrer Betriebe. Ohne ausreichende Unterstützung drohe einigen von ihnen das Aus.
Auch andere Teile Venetiens sind betroffen. In der Provinz Padua wurden Weinberge und Obstplantagen kurz vor Beginn der Weinlese beschädigt. In der Provinz Venedig meldet Coldiretti Verluste bei Gemüse- und Sojafeldern. Im regionalen Blumen- und Zierpflanzensektor werden die strukturellen Schäden auf mehr als eine Million Euro geschätzt, hinzu kommen rund 180.000 Euro an Ernteverlusten.
Der Verband Anbi Veneto, in dem die Bewässerungs- und Entwässerungskonsortien der Region zusammengeschlossen sind, verweist darauf, dass die Unwetter auf Monate großer Trockenheit folgen. Nach Einschätzung des Verbandes sind strukturelle Maßnahmen zur Anpassung des Landes an extreme Wetterlagen dringend notwendig.
Am Samstag, 29. August, erklärte der Präsident der Region Venetien, Alberto Stefani, den regionalen Notstand. Nun beginnt die offizielle Erfassung der Schäden. Landwirtschaftliche Betriebe, die einen Produktionsverlust von mehr als 20 Prozent nachweisen, können die gesetzlich vorgesehenen Entschädigungen beantragen.