
Valdegamberi greift Zaia vor Debatte zum assistierten Suizid scharf an
Vor Beginn der Debatte über das Gesetz zum medizinisch assistierten Suizid im Regionalrat des Veneto verschärft sich der Streit zwischen Stefano Valdegamberi und Luca Zaia. Die Beratungen sind für den 1. und 2. September angesetzt.
Valdegamberi, Regionalabgeordneter von Futuro Nazionale in der Gemischten Fraktion, bezeichnete Zaia in einer am Montag, 31. August, veröffentlichten Stellungnahme als „Herrn Tod“ der venetischen Politik. Damit reagierte er auf einen offenen Brief Zaias, in dem der frühere Regionalpräsident zu einer Diskussion über die freie Entscheidung am Lebensende aufgerufen hatte.
Nach Ansicht Valdegamberis könne der Zugang zum medizinisch assistierten Suizid nicht automatisch als Ausdruck von Freiheit verstanden werden. Eine Person sei nur dann wirklich frei, wenn ihr reale Alternativen offenstünden, erklärte der Abgeordnete.
Er verwies dabei auf Situationen, in denen Menschen krank, behindert, allein oder finanziell belastet seien, lange auf eine Behandlung warten müssten oder sich wegen fehlender Unterstützung als Last für ihre Familie und die Gesellschaft fühlten. Unter solchen Umständen könne die Entscheidung für den Tod durch die Lebensbedingungen beeinflusst sein, so Valdegamberi.
„Die wahre Freiheit besteht nicht darin, zwischen Leiden und Sterben zu wählen“, schrieb der Regionalpolitiker. Sie bestehe vielmehr darin, trotz Krankheit, Einsamkeit, Armut und fehlender Unterstützung die Möglichkeit zu haben, weiterzuleben.
Valdegamberi war in der Vergangenheit ein politischer Verbündeter Zaias und wurde bei früheren Regionalwahlen auf der Liste von Zaia und der Lega gewählt. Zuletzt hatte er den ehemaligen Regionalpräsidenten wiederholt kritisiert.