
Venetien: CGIL warnt vor steigenden Kosten in Pflegeheimen
In Venetien steigen die Kosten für Pflegeheime weiter. Die Gewerkschaften CGIL Veneto und Spi Veneto warnen vor einer zunehmenden Belastung für Familien und fordern von der Regionalregierung konkrete Maßnahmen für die Pflege älterer und nicht selbstständiger Menschen.
Nach den von der CGIL vorgelegten Zahlen sind die durchschnittlichen Tagessätze im Jahr 2026 gestiegen. Für Bewohner mit einer regionalen Kostenübernahme erhöhte sich der Satz demnach um 2,16 Euro pro Tag, für Menschen ohne diese Unterstützung um 4,99 Euro.
Der durchschnittliche Tagessatz liegt laut Gewerkschaft bei 66,15 Euro mit regionaler Unterstützung und bei 96,02 Euro ohne Zuschuss. Auf einen Monat gerechnet ergibt das in privaten Einrichtungen durchschnittlich 2.018,70 Euro mit Unterstützung und 2.915,70 Euro ohne. In öffentlichen Einrichtungen liegen die entsprechenden Beträge bei 1.929,60 Euro beziehungsweise 2.844,30 Euro.
Die Gewerkschaften befürchten für die Herbstmonate weitere Belastungen durch steigende Energiekosten. Gleichzeitig fehlten in Venetien weiterhin ausreichend wohnortnahe Betreuungsangebote.
## Mehr hochbetagte Menschen
Nach von der CGIL zitierten Daten des Statistikamts Istat sind derzeit 7,7 Prozent der Bevölkerung Venetiens älter als 80 Jahre. Bis 2030 soll der Anteil auf 9,3 Prozent steigen, bis 2043 auf 11 Prozent. Rund 300.000 Menschen über 75 Jahre leben derzeit allein. Etwa 80 Prozent der nicht selbstständigen Personen werden nach diesen Angaben zu Hause betreut.
## Forderungen an die Regionalregierung
CGIL und Spi Veneto verlangen unter anderem mehr regionale Kostenübernahmen für Pflegeheimplätze. Nach Angaben der Gewerkschaft erhalten derzeit 13 Prozent der Anspruchsberechtigten keine solche Unterstützung. Außerdem fordern sie eine Reform der Ipab, der öffentlichen Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, sowie eine Anpassung des seit längerer Zeit unveränderten Gesundheitsanteils von derzeit 52 Euro pro Tag.
Mit der Regionalregierung wurde inzwischen ein Gesprächstisch eingerichtet. Die Gewerkschaften drängen nun auf konkrete Entscheidungen und zusätzliche Mittel für das Sozial- und Gesundheitssystem. Auch die häusliche Pflege müsse ausgebaut werden, um Familien stärker zu entlasten.