
Venetien: Valdegamberi kritisiert neue Debatte über das Lebensende
Im September soll der Regionalrat von Venetien erneut über den Gesetzentwurf zum Lebensende beraten. Dagegen formiert sich erneut politischer Widerstand. Stefano Valdegamberi, Regionalrat von Futuro Nazionale in der Gemischten Gruppe, kritisiert die Wiederaufnahme der Debatte scharf.
„Ich halte es für inakzeptabel, dass der Regionalrat erneut über ein Gesetz zum Lebensende beraten will, das bereits abgelehnt wurde“, erklärte Valdegamberi. An den Präsidenten des Regionalrats, Luca Zaia, richtete er den Appell: „Ich würde Zaia gerne dafür kämpfen sehen, das Leben zu schützen, nicht den Tod.“
Nach Ansicht des Politikers sollte sich die Region vor allem um die dringenden Probleme der Bürger kümmern. Dazu zählt Valdegamberi unter anderem die Wartelisten sowie die Unterstützung kranker und besonders schutzbedürftiger Menschen. Die Aufgabe der Institutionen bestehe darin, Patienten zu begleiten und zu versorgen, nicht den Tod als therapeutische Lösung anzubieten.
Valdegamberi schloss sich außerdem den jüngsten Äußerungen des Patriarchen von Venedig, Francesco Moraglia, an. Er warnte davor, den Tod auch nur als wirtschaftlich günstigere Alternative zu Pflege und Behandlung zu betrachten. Ein gebrechlicher Mensch dürfe niemals als Kostenfaktor angesehen werden, den es zu beseitigen gelte.
Parallel zur erneuten Debatte legte die Fraktion des Partito Democratico im Regionalrat einen Gesetzentwurf zur Reform und Stärkung der Palliativversorgung vor. Das Thema hatte bereits Anfang 2024 zu Spannungen innerhalb der Regionalpolitik geführt. Auch Luca Zaia hatte sich in einem offenen Brief an den Patriarchen von Venedig zur Frage des Lebensendes geäußert.