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29/09/2026 - 18:21

Venetien verabschiedet Gesetz zur Unterstützung pflegender Angehöriger

Der Regionalrat von Venetien hat einstimmig ein Gesetz zur Anerkennung und Unterstützung pflegender Angehöriger verabschiedet. Die Regelung richtet sich an Menschen, die unentgeltlich und freiwillig Familienmitglieder mit Pflege- oder Unterstützungsbedarf betreuen. Nach Angaben zur Vorlage könnten mehr als 260.000 Menschen in der Region direkt betroffen sein.

Das Gesetz wurde am Dienstag, 29. September, nach einer gemeinsamen Initiative von Regierungsmehrheit und Opposition beschlossen. Eingebracht wurde der Entwurf von Chiara Luisetto (Partito Democratico), Riccardo Barbisan (Lega-LV) und dem Präsidenten der Region, Alberto Stefani.

Künftig sollen pflegende Angehörige offiziell in das sozial- und gesundheitsbezogene Versorgungssystem Venetiens eingebunden werden. Vorgesehen sind ein regionaler Fonds mit eigenen Mitteln sowie ein dauerhaftes Gremium bei der Regionalregierung. Außerdem sollen regionale Leitlinien erarbeitet werden, um bewährte Unterstützungsangebote zu sammeln und weiterzuverbreiten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt jungen pflegenden Angehörigen und Menschen über 65 Jahren. Für Jüngere sieht das Gesetz Unterstützung im Bildungs- und Ausbildungsbereich vor. Zudem soll der Zugang zum Arbeitsmarkt beziehungsweise die Rückkehr ins Berufsleben erleichtert werden. Dabei können auch Kompetenzen berücksichtigt werden, die während der Pflege erworben wurden.

Weitere Maßnahmen betreffen Entlastungsangebote, Informationen und psychologische Unterstützung. Sie sollen dazu beitragen, psychische Belastungen wie Angstzustände und Depressionen bei pflegenden Angehörigen zu vermeiden. Außerdem wird der 6. Oktober künftig als regionaler Tag der pflegenden Angehörigen begangen.

Regionalpräsident Alberto Stefani begrüßte die einstimmige Entscheidung und betonte den überparteilichen Charakter des Gesetzes. Auch Alberto Bozza, Fraktionsvorsitzender von Forza Italia im Regionalrat, hob die Zusammenarbeit der Parteien hervor. Nach seiner Einschätzung soll die neue Regelung die familiäre Pflege besser mit den bestehenden sozialen und gesundheitlichen Diensten verknüpfen.

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